#19 Der Teufel trägt Prada 2: Wer hat heute eigentlich Macht in der Mode?
Shownotes
Vor 20 Jahren wurde Der Teufel trägt Prada zur Ikone einer ganzen Generation – ein Film über Ehrgeiz, Glamour und die gnadenlosen Machtstrukturen der Modewelt. Jetzt kommt die Fortsetzung in die Kinos. Doch was ist aus dieser Welt geworden?
In dieser Folge sprechen wir darüber, wie sich die Modebranche seit den 2000ern verändert hat: Welche Macht haben Chefredaktionen heute noch? Wie haben Social Media, Influencer:innen und digitale Öffentlichkeit die alten Hierarchien verschoben? Und ist die gefürchtete Figur der übermächtigen Modechefin überhaupt noch zeitgemäß – oder wurde sie längst von Algorithmen und Markenstrategien ersetzt?
Judith wirft einen Blick auf die gesellschaftspolitischen Dynamiken hinter der Modeindustrie.
Franzi erzählt aus dem echten Alltag einer Modejournalistin: Wie glamourös ist der Job tatsächlich? Und warum liegen zwischen Instagram-Fassade und Realität oft Welten?
Eine Folge über die Frage, warum uns die Welt von Der Teufel trägt Prada bis heute fasziniert.
Transkript anzeigen
00:00:08: Hallo, wir sind Will Bayer
00:00:10: und Franziska Gajek.
00:00:11: Und das ist Glanz & Schatten
00:00:13: der Podcast über Mode, Macht und Märchen.
00:00:20: Hallo Franzi!
00:00:21: Hi Judy Wir sind pünktlich zurück.
00:00:24: Ich bin richtig stolz auf uns.
00:00:26: Es gibt keine neue Sommerpause Keine Neufühlungspause in unserem Podcast.
00:00:31: Genau Wir sind in regelmäßigem Tonus gerade zurück.
00:00:36: Unsere letzte Folge ist jetzt genau zwei Wochen her und jetzt kommt die nächste, das hat auch seinen guten Grund weil unser Thema heute ein bisschen zeitnah eben ist.
00:00:45: wir reden ja über die Veröffentlichung oder den Kinostart von der Teufeltreck Brada II Und da haben wir uns gedacht dass der perfekte Zeitpunkt eben auch nochmal eine Podcastfolge aufzunehmen.
00:00:59: Ja, den Film und auch unsere Erfahrung mit dem Film.
00:01:02: Und die Modebranche zu reden und sie anzugucken?
00:01:07: Ich finde auch wir können darauf verzichten glaube ich bei unseren Hörerinnen nochmal den Plot vom ersten Teil zu erzählen weil ich glaube das können wir voraussetzen dass die Leute die unsern Podcast anklicken der Teufeltreck Prada möglicherweise ein bis zehn Mal gesehen haben
00:01:25: Meinst du?
00:01:26: I hope
00:01:26: so.
00:01:27: Man kann ja, also ich würde schon nochmal, wir sagen gleich noch mal kurz worum es geht.
00:01:31: Na gut aber wirklich nur kurz!
00:01:33: Ich finde das ist so Basis Education wenn man sich für Mode interessiert.
00:01:38: Ja, das stimmt.
00:01:40: Auf jeden Fall hat das für uns hier der Film weitläufige Folgen gehabt.
00:01:46: Ich weiß noch dass ich damals als er rauskam habe ich den gar nicht selber im Kino gesehen sondern dann erst Als der im Fernsehen lief.
00:01:53: Also der kam ja aus dem Jahr zwei tausend sechs raus da war nicht dann auch erst elf genau.
00:01:57: und Aber dann weiß ich würde sagen so mit drei zehn vierzehn oder so hab ich den glaube ich gesehen.
00:02:04: Ja, ich war total begeistert und ab dem Moment völlig verliebt in diese schöne Welt der Mode.
00:02:10: Und vor allen Dingen das Mododoralismus, der da ja eine große Rolle spielt eben wie es geht um Andrea Sex.
00:02:20: Die als Assistentin bei der Runway anfängt und bei der Chefredakteur in der Runway eben als zweite Assistentin, glaube ich damals anfängt.
00:02:29: Und die Welt der Mode Designer und Laufstege und Jet Set und Fashion Weeks und all das ganz hautnah miterlebt.
00:02:38: eben Das wollte ich, nachdem ich den Film gesehen hatte, das auch.
00:02:43: Genau!
00:02:44: Das Leben eigentlich.
00:02:45: Ich glaube
00:02:45: es war für viele junge Menschen in dieser Zeit die so ja in die Modewelt rein wollten irgendwie charakterstiftend was sie in diesem Film gesehen haben weil's einfach nicht so viel Erzählungen über die Branche an sich vorher gab.
00:03:02: also es gab natürlich Filme Arbeiten von Designern thematisiert haben oder auch vielleicht mal so Designer Biopics, aber Filme über das Arbeiten in der Modebranche gab's.
00:03:17: Also müsste ich echt überlegen, gab es auf jeden Fall nicht viel und auch nicht so populär wie dieser dann wurde?
00:03:23: Und ich glaube dann haben viele auch erkannt ah!
00:03:25: Das ist ein Feld in dem ich arbeiten könnte und wo ich dann einen Studienfach wählen könnte.
00:03:31: und auch bei unseren Kommiliton ist das ja sehr häufig auch als Motivation dann in so Auswahlverfahren für die Uni und zu gefallen, dass dieser Film halt wie ein Erweckungserlebnis war um da eine Leidenschaft für dieses Berufsfeld eben zu entwickeln.
00:03:48: War das für dich auch so?
00:03:49: Also war das so eine Faszination einfach von dieser Welt.
00:03:53: oder hast du dann auch schnell gemerkt ich möchte da wirklich auch drin arbeiten und drinnen stattfinden
00:04:01: war beides gleichzeitig.
00:04:02: Ich fand, ich hatte so eine Faszination für diese Welt und generell einfach ein wahnsinniges Interesse daran.
00:04:09: Und gleichzeitig aber auch den Wunsch und diese Traumvorstellung, dass das auch mein Leben ... Also sein könnte.
00:04:15: Ich hab wirklich so davon... Oder das eben als Traum gehabt, als beruflichen Traum jedenfalls dann so Modejournalistin und also im Film ist ja auch Runway die Vogue quasi.
00:04:29: Das war schon meine Vorstellung.
00:04:30: Ich wollte gerne Vogue-Redakteurin werden!
00:04:34: wo die Arbeitsbedingungen ja auch im Film denkbar ungünstig sind.
00:04:39: Aber das hat irgendwie niemanden abgeschreckt, hab ich das Gefühl.
00:04:43: Weil man als junger Mensch denkt, komm on!
00:04:45: Wie schlimm wird's jetzt werden?
00:04:47: Und dann ist man erwachsen und arbeitet in dem Job und denkt okay es ist genau so schlimm...
00:04:55: Ich glaub teilweise ist das gerade wenn man noch so Teenie ist oder in der Schule und so, dann wünscht man sich ein bisschen ... Eigentlich ein stressigen Job, weil das einfach so erwachsen scheint.
00:05:07: Ich weiß nicht, keiner hat sich von einem entspannten Job geträumt und der Stress ist dann auch so ein bisschen halt einen Lifestyle-Ding, dass auch Erwachsen sein konnotiert eben oder... Diese Art von Stress ist eben eine Art Stress, den man als Erwachsener halt hat.
00:05:27: So das war auch ein bisschen der Blick glaube ich.
00:05:29: Ja so busy sein und durch so ne Weltmetropole rennen Und dann fallen einem noch n paar Tücher runter und man muss noch einen kleinen Starbucks Kaffee organisieren und so Das ist ja alles sehr... Ich glaub man hat es dann in seinem Kopf verherrlicht und Obwohl der Film das eigentlich nicht getan hat also im Film finde ich geht's ja neben Mode auch einfach sehr stark um Führungs Versagen am Ende und die Art, wie wieder mit Mitarbeiterinnen umgegangen wird.
00:05:58: Und wie sie behandelt werden und dass es eigentlich ja überhaupt nicht klar geht.
00:06:03: Sie sich dann auch am Ende davon schafft zu emanzipieren von diesem Druck frei zu machen.
00:06:13: Das läuft manchmal so ein bisschen unter dem Radar.
00:06:18: Wie problematisch das auch ist und das ist ja glaube ich auch ein Grund dafür gewesen, dass Lauren Weißberger die Autorin des Buchs auf dem der Film basiert.
00:06:27: Sie hat ja diese Erfahrung selber gemacht, dieser Assistentin von Anna Winter bei der US-amerikanischen Vogue gewesen und hat dann nachher dieses Buch geschrieben.
00:06:36: und da ging es natürlich nicht nur um die Glitzer Glamour Modewelt sondern auch darum unter welchem Druck man steht wenn man eben ja bei so eine Magazin arbeitet
00:06:47: Absolut.
00:06:47: Und es gibt, ehrlicherweise können wir da auch schon anschließen weil ich glaube im Moment, klein Moment, muss man gerade in mein Bücher regal greifen?
00:06:56: Ja!
00:06:58: Das schönste Gewerbe der Welt hinter den Kulissen der Modoindustrie und das basiert auf einem PhD von Julia Menci Thierry, ich hoffe das habe ich jetzt richtig ausgesprochen.
00:07:10: Italienischen Mode Forscherin und die hat eben sich genau angeschaut wie denn eigentlich wirklich die Realität der Menschen aussieht in der Modebranche?
00:07:18: Und die traurige Wahrheit ist also ganz viele für ganz wenig Geld arbeiten darin.
00:07:25: Es gibt ganz viele Praktikanten, die vieler Arbeiten übernehmen... Und oder auch teilweise Models, die eben dann einfach in Kleidungsstücken bezahlt werden und nicht mit Geld für ihre Leistung.
00:07:37: Also das ist wirklich ein durch- und durchaus ausbeuteurisches System dass aber nach außen hin weiß ich wahnsinnig gut zu verkaufen diesen Schein zu warnen.
00:07:47: Ja, ich glaube genau in die Welt wollen wir euch heute auch ein bisschen mitnehmen.
00:07:52: Weil ja, ich selbst ja einige Zeit auch als Mode-Journalistin gearbeitet habe und genau das ist so ein bisschen der Plan für die Folge zu erzählen wie Wirklich, wenn man in so einem Job arbeitet.
00:08:06: Was bedeutet das für den Arbeitsalltag?
00:08:09: Und wie hat sich diese Branche auch zwischen den beiden Filmen in den letzten zwanzig Jahren verändert und welche Macht ... Und welche Dynamiken haben solche Magazine wie eine Vogue früher ausgelöst?
00:08:23: und wie sieht das heute aus?
00:08:25: Und du kannst dann, weil du ja den Film auch schon gesehen hast.
00:08:27: Dann gleich nochmal ein bisschen erzählen ob diese Entwicklung in dem zweiten Teil auch stattfindet und gezeigt wird oder ob da quasi noch das klassische Bild irgendwie vorherrscht.
00:08:40: Vielleicht fände ich super spannend zum Anfang wenn ihr so'n bisschen... Einsteigen würdest mit, also welche Bedeutung hatte ein Magazin wie The Vogue oder dann die fiktive Version Die Runway aus der Teufelträg Prada.
00:08:55: Und wie hat diese Branche damals eigentlich ausgesehen?
00:08:59: Also der erste Film Teufel-Treg Prada findet eben im Jahr zwei tausend sechs statt.
00:09:03: das ist auch in die Welt des Filmes zu der Zeit und Eigentlich ist das so, dass die Hochphase der Modemagazine von Vogue, Harpass Bazaar, Glamour.
00:09:16: Also alles was Lifestyle-Mode in irgendeiner Weise hat und auch selbst die Kulturteile in großen Zeitungen New York Times etc.
00:09:27: waren ja da war spielte Mode eben eine große Rolle und es gab einen großen Markt an Lesenden diese Welt auch eben am Leben gehalten haben eigentlich.
00:09:40: Ich bin ja Theoretikerin, deswegen erkläre ich das immer alles gerne mit Theorie.
00:09:44: aber eine Theorie mit der man das gut erklären kann ist die des französischen Soziologen-Wissenschaftler aus dem zwanzigsten Jahrhundert Pierre Bourdieu.
00:09:55: vielleicht hat er einer oder andere... Die Namen auch schon mal gehört, der schrieb eben in der Zeit über viele Branchen und vor allen Dingen die feinen Unterschiede, heißt das Buch.
00:10:07: Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft.
00:10:09: Und es geht eigentlich ursprünglich so ein bisschen um Ästhetik und Geschmack aber vor allem inwieweit Geschmacksgruppierungen... Aufbaut und auch regelt und eigentlich macht in gesellschaftlichen funk also beziehungsweise wie geschmack auch eine form von macht im prinzip ist die eben zur sozialen unterscheidung.
00:10:26: Und als mittel der distinktion gilt, also menschen die eben sich über ihre vorlieben stile konsumweisen voneinander eben abweisen unterscheiden.
00:10:36: und darin spielen mode redakteurinnen und ja modemagazine im weitesten Sinne eine große rolle und die hatten eben zu der zeit des ersten films Man könnte sagen, eine hegemoniale Macht.
00:10:47: Also fast ... Sie waren wirklich die Experten, wenn es um die Frage geht was eben guter Geschmack war und haben das nicht nur vorgegeben sondern auch bestimmt zu gewissen Art und Weise.
00:10:57: also die Ja ich weiß nicht wie tief ich da jetzt einsteigen sollte Ich steig mal ein vielleicht kannst du mich ja stoppen wächst so theoretisch.
00:11:07: Wichtige Begriffe in dieser Theorie von Bourdieu sind eben die sozialen Felder um die Prozesse oder darum zu erklären, wie das funktioniert.
00:11:16: Arbeitet Bodieux eben mit diesem Begriff des Feldes und ein Feld ist da ein relativ autonomer sozialer Bereich mit eigenen Regeln, eigenen Werten und eigenen Kämpfen.
00:11:24: also man kann sich einen Feld als eine Art sozialem Mikrokosmos vorstellen zum Beispiel das künstlerische Feld, das wissenschaftliche Feld, dass politische Feld Das journalistische Feld und eben auch das Feld der Mode.
00:11:36: Da fallen dann manchmal auch so Kreise ineinander über.
00:11:40: Mode-Journalismus hat dann so ein bisschen überlappendes journalistisches Feld und Feld der Mode, würde man sagen.
00:11:47: Und wichtig ist hier das jedes Feld nach einer eigenen Logik funktioniert.
00:11:51: also was in einem Feld zählt muss in einem anderen nicht dieselbe Bedeutung haben.
00:11:55: im ökonomischen Feld etwa steht Geld und Profit stärker im Vordergrund in künstlerischem Feld Eher Originalität, Anerkennung oder symbolisches Prestige.
00:12:05: Und im Modefeld können unter anderem Trendgespür, Stilsicherheit, Exklusivität, Sichtbarkeit auch Netzwerke.
00:12:12: Wir reden oft über Vitamin B und das spielt besonders in dem Modefeld eine große Rolle.
00:12:16: Und vor allen Dingen auch kulturelles Wissen entscheidend sein, wie weit man welche Positionen innerhalb dieses Feldes ausüben kann.
00:12:25: Außerdem sind diese Felder ein gewisser... Weiße Kampffelder also.
00:12:30: in ihnen ringen eben Akteurinnen und Akteure um Position, um Anerkennung und um Einfluss.
00:12:35: Es geht also immer auch um Macht.
00:12:37: wer bestimmt was als guter Geschmack gilt?
00:12:39: Wer setzt Trends?
00:12:40: Wer entscheidet darüber was als legitim innovativ oder geschmackvoll erscheint?
00:12:45: diese Fragen Lassen Sie sich nur verstehen, wenn man Geschmack nicht isoliert sondern innerhalb eines Feldes betrachtet.
00:12:51: Wenn wir dann über Mode sprechen, dann sprechen wir nicht einfach über individuelle Kleidungsvorlieben, sondern über einen Feld mit eigenen Regeln, Institutionen, Hierarchien und andere Ausschlüsse.
00:13:00: Das hängt alles auch damit zusammen was sozusagen zum Trend wird oder nicht?
00:13:05: bis oder gerade vor allen Dingen in den zwei Tausenden haben, in Modemagazine zum großen Teil mitbestimmt was wirklich trennt wurde und was nicht.
00:13:12: Allein aufgrund der Tatsache dass sie dieses als solches kommuniziert haben das funktioniert ja wie wir dann später sehen heute ganz anders.
00:13:19: Da
00:13:19: gibt es ja diese schöne Szene auch im ersten teil wo die ich glaube Outfits für ein Shooting irgendwie raussuchen und die Andy ja dann so darüber lacht dass sie nicht wissen welchen Gürtel sie jetzt auswählen sollen gleich aussehen, aber für die Person in dem Raum nicht.
00:13:38: Und dann erklärt Meryl Streep den Namen aus dem... Wie heißt die Redakteurin
00:13:45: denn?
00:13:45: Miranda Priestly.
00:13:46: Danke, dann erklärt sie mir Miranda Prisley ihr eben dass die Menschen in diesem Raum entscheiden
00:13:53: was
00:13:54: Trend ist und wie was in der nächsten Saison getragen wird und was dann langsam aber sicher über so ein Trickle Down Effekt den Weg zu den Wühltischen der günstig Anbieter findet aus dem Sie der Andy ja vorwirft das sie dort ihren Polova eben her hat.
00:14:14: Also sie macht da auch klar, welche Macht die Personen in diesem Raum haben und wie relevant deren Geschmack für Auch Menschen ist, die mit Mode denken, nichts zu tun haben.
00:14:25: Das finde ich eine sehr essenzielle Stelle in diesem Film.
00:14:29: Absolut!
00:14:29: Das zeigt eben genau diese Macht, diese Position und diese Institutionen der Vogue bzw.
00:14:35: in dem Film ja der Runway-Inner haben.
00:14:38: Es gibt hier auch dieses gefühlvollte Wort, dass etwas en vogue ist also was wortwörtlich eben in der Voke bedeutet und das heißt ... dass es eben modisch ist, das es zeitaktuell ist.
00:14:47: Dass es trendist.
00:14:49: Also, ne?
00:14:49: Dass da sogar das Synonym für ... Es erscheint in der Vogue oder im Vogue-Magazin Mind.
00:14:55: Es ist eben trendundaktuell und man is damit absoluter ... also, ne.
00:15:01: Trendbewusst und Trendsetter im Prinzip auch ja.
00:15:04: Genau!
00:15:04: Das Feld ist sozusagen die Grundlage auf der diese Theorie oder in der diese theorie funktioniert ist der zweite wichtige Begriff hier Kapital.
00:15:15: Also damit es jetzt nicht nur ökonomisches Kapital gemeint, sondern auch verschieden ist und da gehe ich jetzt gleich darauf ein aber damit sich eben diese Menschen in diesen Feldern bewegen und dort erfolgreich sein können verfügen sie über unterschiedliche Formen von Kapital.
00:15:28: also Bourdieu erweitert den klassischen ökologischen Kapitalbegriff und zeigt das gesellschaftliche Ungleich hat nicht nur über Geld funktioniert.
00:15:35: zum einen gibt es natürlich dieses Also diese erste klassische ökonomische Kapital eben Geld, Besitz, Vermögen eigentum also damit.
00:15:45: hat man ja eben einfach eine Handlungsmacht.
00:15:47: Es lässt sich direkt in finanzielle Ressourcen übersetzen und im Bereich der Mode wäre das zum Beispiel die Möglichkeit, also Luxusmarken zu kaufen jetzt als Endkonsument oder auch generell das Geld dass die Luxus Marken und Bands generieren und eben zur Verfügung haben auch hochwertige Material zu erwerben und verwenden zu können beispielsweise und auch den Zugang zu exklusiven Räumen oder Events.
00:16:12: Also wirklich ein Kapital Türen öffnet durch finanzielle Mittel.
00:16:17: Und dann gibt es ein anderes Kapital, das nennt Bordio Kulturelles Kapital und dass ist eigentlich besonders wichtig weil es umfasst nicht nur wirklich Ressourcen sondern auch Fähigkeiten Kenntnisse Bildung und Kompetenzen.
00:16:30: Das selber existiert wiederum nochmal in drei verschiedenen Formen aber im Prinzip geht es einmal um eben wirklich inkorporiertes kulturelles kapital also so was innerlich Was man besitzt, innerlich sozusagen.
00:16:43: Also Wissen, Bildung, Geschmack, Sprachkompetenz, Stilgefühl, kulturelle Sicherheit.
00:16:48: auch so ein Wissen was eine vielleicht Art History oder Kunst geschichtliches wissen Ja, gespürt dafür was aktuell ist oder auch im Modekontext.
00:16:58: Welche Materialien welche Referenzen zum Beispiel auch eben zu sehen.
00:17:02: jetzt als Mode Journalistin war es wichtig kulturelles Kapital zu haben um zu erkennen was dieses diese Kollektion beinhaltet.
00:17:10: Welcher Referenz auf welchen anderen Künstler bezieht sich hier der Designer?
00:17:13: vielleicht generell die Fähigkeit eben auch subtile Unterschiede wahrnehmen zu können und dieses Wissen sitzt gewissermaßen im Körper und im Auftreten.
00:17:22: Und dann gibt es auch ein objektiviertes, kulturelles Kapital.
00:17:25: das meint materielle Güter, also beispielsweise Bilder, Bücher, Instrumente, Designobjekte.
00:17:32: Das sind dann im Prinzip wirklich die Modemodellobjekten.
00:17:35: Also hochwertige Kleidung, Büchermode und Designsammlerstücke.
00:17:41: Ich mir fällt da ein, dass eben ganz viele Menschen in dem Modefeld oft oder lange Zeit war es so, dass man zum Beispiel ja die Entwürfe von Marthoma Jella hat ja ganz bewusst eigentlich entgegen so einem Branding gesetzt, das einzige was man immer sah waren diese vier Stiche am Nacken wo eigentlich das Schild sitzt.
00:18:03: Das ja dann eigentlich nur... also da steht ja nichts drauf.
00:18:05: aber man sieht eben von außen diese vier stiche oder auch die Tabbyboots, die so ikonisch innerhalb dieses Feldes sind und darin eben als Sammlerstück, als ikonisches Accessoire total erkennbar sind und gleichzeitig eben auch eine Art kulturelles Kapital ausdrücken.
00:18:20: Und dann gibt es auch noch ein Institut zionalisiertes, kulturelles Kapital.
00:18:25: Ich habe heute wirklich schwierige Worte ausgesucht und das sind im Prinzip wirklich formale Titel- und Abschlüsse also Schulabschlüsse, Universitätsdiplome, Zertifikate dass man eben zu einer Modeschule gegangen ist oder eine akademischen Abschlussqualifikation in Bereich Design Kunstgeschichte Kulturwissenschaft erlangt hat auch institutionelle Anerkennung durch Preise oder Ausbildungsnachweise und damit sozusagen das Prestige, die der Institution auch als Kapital sich aneignen kann.
00:18:56: Jetzt die letzten beiden!
00:18:57: Vielleicht gehe ich da auch noch mal drauf ein... Also wir haben einmal das ökonomische Kapital, das kulturelle Kapital.
00:19:03: Das eben vor allen Dingen für die Mode besonders wichtig ist.
00:19:05: und dann gibt es noch das soziale Kapital.
00:19:07: dass bezeichnet Ressourcen die aus Beziehungen Netzwerken Zugehörigkeiten entstehen.
00:19:13: Es geht also darum wen man kennt zu welchen Gruppen man Zugang hat welche Türen sich durch Kontakte öffnen lassen.
00:19:20: Wir sagen oder sprechen da allgemein oft immer von Vitamin B ne?
00:19:23: Oder Nepotism Und das ist im Modefeld eben auch ja besonders relevant.
00:19:29: Welche Kontakte zu Redaktionen, Agenturen, Designerinnen, Models, KuratorInnen Einladungen.
00:19:35: Die diese Connections machen sozusagen das soziale Kapital aus.
00:19:39: und wenn man davon viel hat dann ist man innerhalb des Feldes der Mode auch relevant und hat sozusagen Macht innerhalb dieses Feldes.
00:19:46: Und zudem gibt es noch das symbolische Kapital.
00:19:49: Das ist ja kann ich unbedingt eine eigene Grundform sondern eine anerkannte prestigeträchtige von Kapitalarten.
00:19:56: also Jetzt das noch mal auf Modebezieht eben, dann ist es oft als... Also im Prinzip hat Anna Winter wahnsinnig viel symbolisches Kapital.
00:20:07: Weil sie als Person ganz viel Prestige und Ehre und so eine Form von Legitimität mit sich bringt.
00:20:12: Im Prinzip ist auch symbolisches kapital auch das was Modemagazine in sich haben.
00:20:18: Als Institution, als Magazin haben Sie eben besonders viel Symbolik.
00:20:24: Ja, dass man weiß, dass da Qualität, Luxus eben eine Rolle spielt oder das bestimmte Marken mit cool elegant avantgardistisch seriös wahrgenommen werden.
00:20:37: Oder eben besonders geschmackssicher, besonders stilbildend all das ist sozusagen symbolisches Kapital
00:20:43: eigentlich ein Wahnsinns, eine Wahnsinskategorie zu erreichen dieses symbolische Kapital.
00:20:52: Weil wenn du das einmal hast dann lebt der Mythos erzählt sich ja dann irgendwie selber.
00:20:58: ich finde bei der Vogue merkt man das so oft da wird kaum in Frage gestellt dass es ein renommiertes herausragendes Magazin ist.
00:21:06: also die erzählt dieser Mythos Vogue erhält sich ab irgendeinen Punkt einfach selber und keiner fragt mehr oh Gott wie viele gute Artikel waren jetzt in der letzten Vogue, was in der Vogue?
00:21:18: es ist gut.
00:21:19: Das wird gar nicht mehr hinterfragt und das ist so natürlich ja das Top-Level, was man irgendwie erreichen kann weil da man da schon viel tun muss damit man das dann wieder zerstört.
00:21:31: Genau und dieses Feld wurde oder war eben in den zwei Tausendern und vor allen Dingen zu dem zum Film.
00:21:39: Und in dem Jahr ist es eben besonders geprägt durch Magazine, also die waren... Die hatten ganz viel kulturelles Kapital, symbolisches Kapital und auch soziales Kapital mit dem sie auf dem Feld der Mode besonders viel Macht ausgeübt haben.
00:21:51: Und die Gallionsfigur davon ist natürlich Anna Winter beziehungsweise im Film dann ja Miranda Priestley, die ja durch den subtilsten Mundwinkelbewegung oder die subtilste Mundwinke-Bewegung dass ja den Erfolg eines oder einer Designerin bestimmen kann.
00:22:11: Das ist ja wahnsinnig viel Macht, die man dieser Person dann zuschrattet.
00:22:15: und das kann man durchaus bezweifeln oder eben sehen, dass es heute nicht mehr ganz so ist.
00:22:21: Ich weiß nicht ob du jetzt vielleicht einmal erzählen willst wie's jetzt heute ist aber ich vielleicht grafe ein bisschen vorweg.
00:22:27: Aber das Feld hat sich halt aufgelöst.
00:22:29: oder diese diese Macht der Magazine und der Journalistinnen und Redakteurinnen hat sich durch die Errungenschaft des Internets und Social Media vor allen Dingen eben gewandelt.
00:22:40: Es gibt auf einmal viel mehr Zugang zu dem Feld der Mode, ohne dass man bereits irgendwie Formen dieses Kapitals besitzt muss.
00:22:50: Man kann die Shows alle im Internet sehen, man muss nicht unbedingt eingeladen werden um die Show sehen zu können.
00:22:57: Man muss nicht sozusagen auch vor durch Institution gegangen sein um da dieses Wissen oder diese Meinung vielleicht mit der Welt und den Social Media-Kreis teilen zu wollen.
00:23:08: Also in gewisser Art und Weise wurde dieses Feld, der Mode demokratisiert durch Social Media und die Teilhabe, die das eben vielen ermöglicht?
00:23:16: Ja!
00:23:18: Und ich finde gleichzeitig auch verwässert und beliebig gemacht.
00:23:22: also... Das eben gerade in Kapitalinform von Bildung, die man erwirbt rund um diese Thematik.
00:23:33: Wenn die fehlt dann fehlte ja auch eine Grundlage zu einer fundierten Einordnung.
00:23:38: Zumindest kann das dann mal schneller passieren.
00:23:41: Also Bildung ist kein Garant dafür.
00:23:44: oder ja Fachkompetenz, es ist kein garant dafür dass man gute Einschätzung trifft.
00:23:49: und jemand der sich als Quereinsteiger da rein liest und rein fuchst er kann zu genauso viel Fachexpertise kommen wie jemand der vielleicht an einer Mode Uni war.
00:24:02: aber ich habe schon wahrgenommen in den letzten Jahren dass die Sprache über Mode und die Art, wie wir über Kollektionen sprechen beliebiger geworden ist.
00:24:14: Und viel oberflächlicher, ich finde auf eine Art kapitalistischer.
00:24:20: aber vielleicht erkläre ich das einmal ein bisschen und gehe da bei der Gelegenheit mal ein bisschen rein so in die Welt, wie sie ja geworden isst.
00:24:29: Ja bevor du das machst... Ich würde nur sagen also beliebig gar nicht mal so sagen, sondern das ist einfach niedrigschwelliger.
00:24:36: Der Zugang also des demokratisieren davon diese oder die ich sage mal dadurch dass das feldemokratischer geworden ist ist es eben auch niedrig schwelliger geworden weil eben nicht.
00:24:45: ja das ist der Anspruch nicht dass der anspruch der berichterstattung sozusagen nicht der gleiche ist.
00:24:52: das meintest du eben dass sie oder wie die art und weise darüber gesprochen wird nicht derselbe ist.
00:24:58: Ich glaube dass teilweise gar keine bericht erstattung mehr existiert.
00:25:03: Also
00:25:03: auch dann in den Magazinen nicht mehr, meinst du?
00:25:05: In
00:25:05: Magazinen schon noch.
00:25:07: Aber das sind ja nicht mehr die taktgebenden, meinungsgebenden Medien im Modekontext.
00:25:13: Das sind nicht mehr ... die die große Machtinner haben.
00:25:17: Die ist zum großen Teil auf Influencerinnen übergegangen und da empfind ich die Reflexion des Themas teilweise schon als beliebig Einfach aus einer persönlichen Geschmacklichkeit raus oder einfach auch daraus, wer mir gerade das meiste Geld zahlt.
00:25:39: Natürlich ist das ein Konzept was auch unter Magazin existiert hat also Anzeigen Kunden haben Macht darüber was im Magazin passiert aber da passieren halt Dinge trotzdem noch unter journalistischen Maßgaben und also Journalismus ist ja auch nicht beliebig, der unterliegt gewissen Regeln.
00:26:00: Man muss in der Berichterstattung in Deutschland zumindest sich an den sogenannten Pressekodex halten.
00:26:06: Also man kann da nicht einfach irgendwas machen und das ist natürlich im Bereich der Influencer dann irgendwie völlig aufgehoben.
00:26:15: Also hat... Hat auch glaube ich schon für einige Akteure die lange in der Branche sind einfach zu Unmut geführt?
00:26:22: Ich bin Mode Journalismus so richtig eingestiegen, zwei tausend siebzehn.
00:26:27: Also nach unserem Abschluss habe ich ganz klassischen Volontariat gemacht bei einem Online Magazin und ihr habt dann dort mit relativ klassischer Modeberichterstattung begonnen.
00:26:38: also bedeutet, neben unterjährigen Interviews berichten über aktuelle Entwicklungen von Modehäusern.
00:26:49: Vielen deutschen Mode-Designern auch über die ich berichtet habe gehören dann auch Fashion Beaks eben dazu.
00:26:55: und das ist so genau die Zeit gewesen der ich eingestiegen bin wo so ein großer Umbruch stattgefunden hat also wo in dem rein der Fashion Weeks nicht mehr Redakteure saßen oder das mit jedem Jahr jeder Saison irgendwie weniger wurden und dafür eben Influencer in die ersten Reihenfolge macht haben.
00:27:18: Das Magazin, bei dem ich gearbeitet hatte, hat auch einen Fokus auf das Thema Influencer Marketing und Berichterstattung rund um Influenza gehabt.
00:27:26: Ich habe in der Zeit mit sehr vielen Influencern gesprochen die eben in der Modebranche aktiv waren und habe auch mit den Influenzern über die Kollektionen gesprochen und hatte dann quasi immer den direkten Vergleich zwischen dem was ich im journalistischen Handwerk gelernt hab Rezensionen von Modenschauen geschrieben habt, also die folgen ja auch einem ganz bestimmten Aufbau.
00:27:55: Dann erzählt man.
00:27:56: worum ging es in der Kollektion?
00:27:58: Was war die Erleitung des Designers?
00:28:00: Man baut Zitate des Designerns ein.
00:28:02: Man schaut mit welcher Musik wurde die Show unterlegt was transportiert das welche Stoffe wurden verwendet?
00:28:08: ist dass eine Kollektions gewesen sie sich an Männer und Frauen gerichtet hat oder war die vielleicht genderneutral oder genderübergreifend?
00:28:17: Da spielen ja ganz viele Aspekte eine Rolle, die dann dem Leser oder der Leserin erzählen was die Essenz dieser Kollektion ist und wie sie im Kontext zur gesellschaftlichen Entwicklung steht.
00:28:30: Im Kontext zu Kunst, im Kontxt zu Politik und was ja die tiefen Gedanken sind, die sich der Designer vorgemacht hat.
00:28:38: Und in kaum einem Gespräch mit einem Influencer über solche Kollektionen sind diese Themen irgendwo mal zum Tragen gekommen.
00:28:47: Also da geht es dann halt sehr viel um, mir gefällt das und ich finde dieses Kleid schön so aber das wird nicht nochmal auf anderen Ebenen erklärt warum das so ist und dass auch ehrlich gesagt also ich meine das gar nicht abwertend weil das ist gar nicht unbedingt der Job von einem Influencer das zu machen Aber in der Entwicklung das halt die Influenza irgendwann den Großteil des Publikums bei solchen Schauen ausgemacht haben und die Redakteure, die diese Einordnung noch mal auf anderen Ebenen leisten können nicht mehr hat sich ja was verändert in der Wahrnehmung von Mode an sich.
00:29:27: Also die Mode kämpft sowieso damit oberflächlich zu sein.
00:29:32: Gerade bei uns in Deutschland ist es ein Riesending, dass Mode und Mode Journalismus und Mode Design als etwas Oberflächliches dargestellt wird und nicht als Form von Kunst oder von gesellschaftlicher Retrospective irgendwie gesehen wird.
00:29:48: Und in dem Moment wo natürlich in Berichterstattung genau diese Aspekte wegfallen... bestätigen sich ja diese Vorurteile und werden auch zu Wahrheiten, weil es dann wirklich oberflächlicher ist.
00:30:00: Das heißt nicht dass das nicht existieren darf.
00:30:02: aber die Waage hat es halt zur einer Seite ausgeschlagen,
00:30:08: die ich
00:30:09: schwierig finde und von der weiß es auf viele Designer schwierig fanden.
00:30:14: und
00:30:15: ja das stimmt.
00:30:15: Ja,
00:30:17: weil natürlich dadurch
00:30:17: ein bisschen der Fokus auf der Bedeutsamkeit von Mode verloren geht, ne?
00:30:22: Weil dann dadurch durch, also ich sag mal Influencer und oder Content Creator oder Influenzer halt die da ist auch der Fokuss viel an viel kapitalistischer ran, ne.
00:30:30: Die Inklusiv ist das ja eine Art von Werbung für eine bestimmte Marke oder für bestimmte Teile einer Marke, also dass die gar nicht mehr diese kulturelle Akteure sozusagen spielen.
00:30:42: Sondern einfach dann zur Werbefläche aufgrund ihres Kapitals zur Werbepfeche geworden sind.
00:30:47: Aber nicht dieses kulturell Kapital auch zum Einordnen zur Bedeutsamkeit haben.
00:30:54: Ja und es geht wahnsinnig viel kritisches Denken verloren weil das ist ein... elementare Unterschied zwischen InfluencerInnen und RedakteurInnen.
00:31:04: Influencer dürfen eigentlich nicht kritisch sein.
00:31:07: Also es gibt große internationale Influenzer, die jahrelangen bei Brands gesessen haben und dann gab's da irgendwie Krach oder I don't know – und dann sind sie da nicht mehr!
00:31:18: Das bedeutet aber ja nicht dass die Marke für die Branche nicht relevant ist sondern da gab's dann Verwerfungen.
00:31:24: vielleicht haben irgendwelche Kooperationen nicht mehr gut funktioniert…I Don't Know was im Hintergrund passiert …und dann sitzen die da nicht.
00:31:31: Journalisten sitzen da auch, wenn sie Farisse schreiben.
00:31:35: Ich habe selber auch wirklich böse Farisse über manche Schauen geschrieben und ich hatte natürlich wieder eine Einladung im nächsten Jahr weil Journalismus so funktioniert er soll ja unabhängig sein der wird nicht Auf so einer geraden Linie gezahlt wie der Influencer.
00:31:51: Da ist dann im Zweifel bei einem Magazin man noch eine Anzeigenabteilung dazwischen, naja und dann schaltet er vielleicht keine Anzeige mehr aber dann der andere.
00:31:59: Aber die Berichterstattung möchtest du trotzdem Und einem Journalisten wird das zugestanden Das ja auch mein kritisches Wort sagt.
00:32:06: Und es ist Designern auch wichtig Die gucken sich das an und lesen das und lernen daraus und regen sich dann vielleicht auf und denken dann Na ja vielleicht ist es irgendwie.
00:32:15: Das ist eine Kritik, die ich mitnehmen kann.
00:32:17: Das ist ne Kritik ,die ich unsinnig finde.
00:32:19: Aber da passiert was mit?
00:32:21: Da passiert irgendwie Debatte
00:32:24: zu.
00:32:24: Eine gewisse Art Analyse auch des Kontextes der Zeit, der Bedeutung von diesem Designer oder den Kleidungsstück oder der Aussage, die damit getroffen wird.
00:32:37: Ich hatte das vorhin... vergessen zu erwähnen.
00:32:40: Aber das ist genau diese Rolle, die dann die Redakteurinnen und Redakteure in diesen Magazinen oder auch im Journalisten haben als Intermediaries, als Vermittler zu fungieren um eben genau diese ich sag mal so... diesen Kulturteil sozusagen zu übersetzen für die Masse oder für, ich sag mal, Autonormalverbraucher sozusagen.
00:33:02: Die eben nicht Teil dieses Feldes auf die gleiche Art und Weise sind.
00:33:06: also die Bedeutung, die Analyse davon.
00:33:09: Ich weiß... Also ich finde das so spannend dass du angefangen hast und dann ja diese Influencer so groß geworden sind und gleichzeitig auch Alessandro Michele der ja wahnsinnig viel an Bedeutung und er schreibt ja zu jeder Kollektion einen Text mit auch Theorien, was ihm beeinflusst hat.
00:33:27: Und inwieweit das eine Aussage über unsere Welt und uns als Menschen und unsere Kultur in diesem Moment macht.
00:33:37: Das geht total verloren in dieser Berichterstattung durch Social Media und kurze knappe oberflächliche ... Gefällt mir oder gefällt mir nicht,
00:33:49: ja weil die genau da ist.
00:33:50: also bei einem Journalisten muss man sich vorstellen.
00:33:52: Da liegt wie so ein Katalog dahinter und der liegt bei jedem Designer gleich und bei jeder Kollektion gleich und den arbeitest du durch und guckst dir an verschiedene kategorien eben.
00:34:04: und wie hat das funktioniert?
00:34:05: Wie hat das nicht funktioniert?
00:34:06: und darauf basiert dann eine Bewertung.
00:34:10: Das ist die Bewertungen eines guten Modejournalismus, es ist nie einfach nur Geschmack!
00:34:15: Das muss man wirklich sehen.
00:34:17: und das macht einen guten Mode Journalisten aus, dass er seinen eigenen Geschmacks von der Berichterstattung abkoppeln kann oder dass er irgendwann aus dieser Liste, die dir im Hinterkopf dann, die da mitläuft, sich auf den eigenen Geschmäck überträgt.
00:34:32: und dann passieren Dinge irgendwann ich sag mal so Unterbewusst, die bewertet man dann auf einer Art und Weise.
00:34:39: Weil man da aber daraufhin geschult wurde Und das passiert bei Influencer nicht weil sie haben ja auch gar nicht Die Notwendigkeit Das zu tun.
00:34:48: also der Geschäftsfeld funktioniert ja auch ohne dass Sie das machen.
00:34:53: Ja
00:34:55: Deswegen, ich finde das ist auch so ein zweischneidiges Schwert.
00:34:58: Weil auf der einen anderen Seite finde ich das irgendwie total gut dass das Feld der Mode nicht mehr so elitär war oder wurde durch Internet und Social Media.
00:35:05: Dass mehr Teilhabe möglich war.
00:35:07: Das finde ich auf der anderen Seite wahnsinnig gut, ne?
00:35:09: Dass man eben nicht erst Wahnsinnig viel Geld für eine Ausbildung ausgeben muss um irgendwie teilhaben zu können sondern dass auch durch den Livestream machen kann und durch eine andere Formen von Vermittlung sozusagen, das finde ich ist schon auch positiv anzuerken.
00:35:27: Auf der anderen Seite geht eben diese Tiefgründigkeit verloren weil natürlich Influencer nicht in der gleichen Rolle fungieren wie Journalisten und Journalisten sondern viel kapitalistischer.
00:35:43: Verrate ich hier schon mal ein bisschen was worum es nämlich im Film geht, weil genau das ist da der Knackpunkt.
00:35:47: also Influencer tatsächlich finden gar nicht statt.
00:35:49: Das fand ich ganz interessant.
00:35:51: aber es geht viel darum inwieweit die Modemarken und deren Werbe-Budget sozusagen und inwie weit die noch ja willig sind ihnen Magazinen zu investieren mit Werbung eben Und dass das nachlässt oder nachgelassen hat.
00:36:07: und mit einem Grund dafür ist Ja Die Werbung, die geschaltet wird viel lukrativer ist über Influencer teilweise oder eben viel direkter funktioniert als über Shootings und Werbekampagnen in Magazinen.
00:36:21: Und das ist natürlich ein... Also ich weiß gar nicht mal ob da nur Social Media spielt ja dann sozusagen am Rande eine Rolle.
00:36:27: aber dieser kapitalistische Gedanke wird ja wahnsinnig viel von den Luxusmarken auch einfach durchgezogen fast.
00:36:37: Wo lohnt es sich, eben mehr Werbung zu schalten?
00:36:42: Ich würde sagen, dass viele Luxusmarken eben nicht mehr auf die Vermittlung von Modemagazinen angewiesen sind um ihre Dinge zu verkaufen.
00:36:50: Sondern das direkt durch Influencer machen können.
00:36:53: Ja und sie haben da natürlich den großen entscheidenden Vorteil, dass Sie direkt nachvollziehen können wie viel Geld Sie mit einer Platzierung bei einem Influenza generieren?
00:37:04: Das ist in dem Magazin so einfach nicht!
00:37:07: Also da habe ich ja kein digitales Tracking darüber... in welcher Warenkorbhöhe jetzt aus einem Link heraus irgendwie, also man nennt das im Marketing Return on Invest.
00:37:20: Also wie viel bekomme ich von dem was ich da als Werbespending generiert habe tatsächlich zurück?
00:37:26: Das ist in einem Magazin viel diffuser.
00:37:28: Da geht es hier mehr um Imagemarketing darum halt in dieser Umgebung stattzufinden und Teil dieser Umgebung zu sein.
00:37:37: und Influencer-Marketing kann auch richtig harter abverkauft sein.
00:37:41: Und das kann halt auch sein, die kriegen einen Link in ihre Story.
00:37:44: da kann ich genau sehen wie viele Leute haben darauf geklickt wer kam von diesem Influenzer?
00:37:49: Und für wie viel Euro haben sie im Durchschnitt bei mir eingekauft?
00:37:52: Das ist in der durchdigitalisierten Welt wo einfach ja der Kampf um die Kohle die da verdient wird also auch logisch.
00:38:01: Ich würde jetzt keinem Unternehmen empfehlen das einzulassen gesagt, das hat schon seine Berechtigung.
00:38:09: Aber ich glaube, was halt nicht so gut funktioniert ist die Gleichzeitigkeit davon.
00:38:14: Wir sind sehr in eine Richtung tendiert und ich habe das damals schon gemerkt als ich angefangen bin im Feld zu arbeiten.
00:38:22: vielleicht auch noch mal ein guter Reality-Check für Leute, die das vielleicht machen möchten oder den Film gesehen haben und denken so wäre es also irgendwo mit schicken hohen Schuhen im Taxi zur Show zu fahren da in einem super cuten Outfit zu sitzen vielleicht eine kleine Instastory zu machen und dann zum nächsten Termin.
00:38:42: So läuft es halt leider nicht, weil natürlich auch den Magazinen und den Publikationen durch die fehlenden Werbeeinnahmen das Geld fehlt solche Ja, ein solches Arbeitsumfeld für die Journalistin aufrecht zu erhalten.
00:39:01: Das kostet ja die Magazine verdammt viel Geld!
00:39:04: Also wenn man eine Woche zur Paris Fashion Week fährt dann musst du da hin und zurück Du brauchst vor Ort Transportmöglichkeiten.
00:39:11: Du musst die Spesen also Verköstigungen und so deiner Mitarbeitenden bezahlen.
00:39:16: vielleicht gehen die nochmal mit Leuten irgendwie zu einem Business essen.
00:39:19: Du muss ne Hotelunterkunft haben.
00:39:21: das sind ja wirklich enorme Kosten wo alle Redaktion gucken müssen, wie stemmen wir das und was ist uns das wert?
00:39:30: Bei den Influencern bezahlen das die Brands.
00:39:34: Die Marken schicken dann vielleicht ein schönes Auto und stellen einen schönen Look zur Verfügung und so... Den Fehler gemacht bei meiner allerersten Fashion Week mal so halb hohe Schuhe angehabt zu haben.
00:39:47: Damit bin ich dann an Tag zwei umgeknickt, dann habe ich auf dem Weg zu einer Show und dann hab' ich mir im nächsten Schulladen ganz schnell irgendwelche anderen Schuhen gekauft weil bei dieser Umknick-Aktion das Riemchen von meiner Sandale gerissen ist.
00:40:02: Das heißt Ich konnte literally nicht mehr damit laufen weil ich die verloren habe.
00:40:06: Und mit diesem neuen Schuh habe ich mir dann solche Blasen an den Füßen
00:40:11: dass ich dann wirklich
00:40:12: eine Woche lang schmerzende Füße hatte und fortan nur noch in Turnschuhen unterwegs gewesen bin.
00:40:18: Und das passiert dann eine Lehre gewesen für sämtliche andere Fashion Weeks, also es gibt glaube ich kaum ein Bild von mir... Irgendwelchen schauen, wo ich keine flachen Schuhe an habe.
00:40:29: Weil man fährt auch nicht mit dem Taxi von Show zu Show sondern man rennt durch die U-Bahn oder die Metro oder whatever, fährt mit irgendeinem E-Bike oder noch einem Roller oder so.
00:40:40: dann hast du deinen Laptop dabei weil du musst ja die Artikel schreiben Du hast womöglich früher noch eine Kamera mit gehabt Dann irgendwann nur noch ein Smartphone als sie gut genug wurden.
00:40:50: Im Winter hast du noch Mantel, Schaljacke und weiß ich nicht weil du halt nicht in einem warmen Auto sitzt wirklich bepackt wie ein Esel und man sieht dann auch nicht mehr fresh aus, weil die Locations halt manchmal wirklich eine halbe Stunde auseinander liegen.
00:41:07: Und du hast dann so fünf vierzehn Minuten um von A nach B zu kommen und klappst in der Metro oder in der U-Bahn nochmal schnell dein Laptop aus und fängst schon mal mit einem Text an, dann kriegst du noch ne Pressemitteilung wo die Fotos drin sind.
00:41:20: da musst du noch eine Fotoauswahl machen, dann musst du das nachts alles Fertig zusammenfügen, in deinem Websitesystem einpflegen.
00:41:28: Hochladen dazu, sehrelevante Social-Media-Posts machen und so weiter!
00:41:34: Also die Realität davon ist man rennt sich einen Wolf, man arbeitet keine Ahnung, achtzehn Stunden vielleicht gerne auch mal am Tag?
00:41:43: Manchmal weniger, manchmal mehr.
00:41:45: Man geht auch mal auf eine coole Party aber wenn man auf der Party ist weiß man eigentlich die ganze Zeit auch schon ich müsste gleich gehen weil der Text muss noch raus und das ist ja super aktuell.
00:41:56: Das heißt das bringt ja auch nix wenn der Text über die Show drei Tage später kommt.
00:42:00: Der muss eigentlich an dem Tag oder in den Nacht kommen sonst ist es alt.
00:42:04: wenn auf einer Fashion Week bei sich nicht dreißig vierzig in Berlin Shows laufen so und du davon Fünfzig Prozent Kavast muss das sofort raus, sonst ist es alt.
00:42:15: Dann meldet sich vielleicht noch mal ein Designer und sagt du, das finde ich blöd was du da geschrieben hast, das passt mir überhaupt nicht!
00:42:21: Dann schlägt man sich mit denen noch rum.
00:42:23: also ähm ja Es macht natürlich wahnsinnig viel Spaß aber so glamourös Ich weiß nicht, ich hätte kein Event gehabt glaube ich auf einer Fashion Week wo ich die kleinen Chanel Stiefel von Andy mal hätte anziehen können.
00:42:38: ehrlich gesagt
00:42:41: Ja, ich muss auch sagen das finde ich ist mir jetzt mit dem zweiten Film tatsächlich nochmal bewusster geworden.
00:42:47: Dass das eben ein Film ist und es ist auch ein bisschen eine Fantasie die da verkauft wird und dass ist auch okay so.
00:42:52: aber Es ist noch mal gut zu wissen dass das eben eine Fantasi ist und nicht die Realität bzw vielleicht die realität für Anna Und sonst nicht für viele.
00:43:02: Genau, ich glaube es wird ein paar
00:43:03: in der Welt.
00:43:04: Es wird eine Handvoll geben die das so machen und die einfach die Relevanz haben.
00:43:09: aber wieviele Personen die monat Journalismus ja als ihren Beruf wählen kommen da wirklich hin und wollen dass auch aufdauer?
00:43:19: Das ist nämlich auch ne?
00:43:21: Es geht nicht nur darum dass man das schafft es geht auch darum ob man das wirklich will und wenn man da ein paar Jahre drin war Kann das schon passieren, dass man sagt okay das ist toll und ich habe das jetzt alles hier auch mal mitgenommen.
00:43:34: Und ich bin um jede Erfahrung dankbar.
00:43:36: aber ich weiß nicht ob ich das die nächsten drei Jahre in der Intensität durchziehen kann.
00:43:40: du bist ja auch nie zu Hause.
00:43:42: Ich hab über zwei Jahre glaube mein Kulturbeutel nie ausgepackt, weil das hat sich einfach nicht gelohnt.
00:43:49: Weil ich ständig unterwegs gewesen bin.
00:43:51: Du bist ständig mit Koffer packen beschäftigt du hast sehr viel Reisezeit auch also wo du halt einfach literally im Zug oder im Flieger oder so sitzt und wo du dann da irgendwie dann von da aus arbeitest.
00:44:06: Das ist schon anstrengend Und es geht auch auf die Knochen einfach sowas zu machen.
00:44:11: Ja
00:44:12: ja glaube Ja, es ist eben doch viel schöner Schein und ... bzw.
00:44:20: dieser Schein wird durch viel Arbeit erbaut.
00:44:25: Genau!
00:44:25: Also der Schein ist schon auch real in Teilen.
00:44:29: Als ich damals in Paris auf der Fashion Week war, da war ich in Locationszunder, da saß ich, dachte ich, ich räule gleich weil das so schön gewesen ist und kleiner über den Laufsteg gelaufen sind.
00:44:43: Das treibt einem wirklich die Tränen in die Augen.
00:44:45: und dann läuft da noch irgendeine Rachmaninoff-Symphonie oder ich weiß nicht, ich war mal bei einer Show, da liefen dann wie Waldis vier Jahreszeiten so abgewandelt und dann Tüllkleider aus dem Märchenfilm.
00:44:58: also das hat mich schon auch angefasst und es ist schon... Dann auch manchmal so schön dass man denkt, das ist zu schön als dass man das aushalten kann.
00:45:09: Ich bin einmal in Paris Bei Dior gewesen in dem Headquarter, wo Christian Dior damals sein Haus gegründet hat.
00:45:18: Das war beim Re-See, das ist dann so eine Veranstaltung nach der Show, wo die ganzen Designs von der aktuellen Kollektion noch mal wie ein Mini Ausstellung für Journalisten ausgestellt werden damit man quasi in Ruhe kannst du um die Designs rumgehen?
00:45:32: Die sind auf Puppen und hast Zeit dir das wirklich anzugucken die Details zu sehen weil es bei einer Show ja sehr schnell geht.
00:45:39: Und als ich da hoch gelaufen bin wie Franziska reist sich zusammen, weil mir wirklich fast die ... also wir kamen die Tränen.
00:45:46: Weil ich das so epic fand, dass ich hier aus dem kleinen Dorf dann da jetzt bei Dior in diesem Treppenhaus dastehe.
00:45:54: Das sind dann schon wirklich tolle Momente, die man auch immer mit sich tragen wird, ne?
00:46:01: Aber ja, das sind halt Momente und da steckt ganz viel Arbeit drum herum und sehr viel ... Resilienz, die man braucht und nerven.
00:46:11: Und auch mal Augen verdrehen und so, ne?
00:46:19: Ja.
00:46:20: Wie verbleiben wir jetzt?
00:46:22: Ich bin gespannt wie es weitergeht.
00:46:24: ich glaube ja... Ich habe im Moment aktuell hab' ich das Gefühl dass diese... Ich meine der Kapitalusnis wird so nicht weiter funktionieren können.
00:46:31: Das wissen wir irgendwie alle.
00:46:33: Es geht immer nur Wachstum Und immer weiter und immer schneller geht nicht.
00:46:38: Es ist irgendwann geht es nicht weiter, und ich finde also klar das war auch schon damals so dass es immer wieder mal so Skandale gibt die das Thema nochmal zurück in den Fokus bringen.
00:46:49: aber Die Modebranche ist mit ich glaube hinter der Ölindustrie die zweite dritte Industrie die eben dem Klima Klimakatastrophöre anbringt.
00:47:03: und natürlich auch wir wissen die Herstellung Der Mode ist zu weitenteilen und auch von Luxusmode grausam, ausbeuterisch.
00:47:14: Wir wissen alle noch an der Plaza in Bangladesch das zusammengestellt ist unter grausamen Bedingungen sind ganz viele Menschen gestorben und auch heute noch gibt es viele Sweat Shops und viele Ausbeutung um eben Kleidung herzustellen die möglichst günstig oder mittlerweile ja wahnsinnig teuer angeboten wird.
00:47:31: Ganz kurz dazu auch!
00:47:33: Auch dazu, dafür ist ja Modejournalismus wichtig.
00:47:37: Weil das sind auch Themen die Modejournallismus beleuchtet und beleuchten muss und auch immer beleuchtete hat – das machen Influencer ja auch nicht!
00:47:46: Also wenn ich Werbung für Ski in mache, werde ich den Teufel tun auf meinem Kanal über die Arbeitsbedingungen dazu berichten.
00:47:53: Das heißt nicht dass es nicht Influenzer gibt, die das tun unter auch einen mega krassen Job machen.
00:47:58: Das sind dann aber nicht die gleichen, die von dieser Modewelt mitfinanziert werden Zugang zu bestimmten Ressourcenpersonen etc.
00:48:05: in dieser Branche haben, also auch das ist ja ein wirklich schlagfertiges Argument für gute Journalisten.
00:48:13: die sind ja nicht alle bei der Vogue, sie sind auch bei der FAZ, bei der Süddeutschen beim Spiegel und weiß ich nicht sitzen ja auch Modejournalisten die dann auch solche kritischen Einordnungen leisten können.
00:48:25: Genau, ganz klar.
00:48:26: Und ich finde halt auch die Veränderung hin zu Influencer als Marketing und als Werbekampagne hat ja auch in gewisser Weise dazu geführt dass viele Luxusmarken und so High Fashion Brands ehrlicherweise am Struggle sind ihre Exklusivität und teilweise die Preise zurechtfertigen weil sie eben nicht mehr durch diese wahnsinnige Verbreitung ihrer Ästhetik Das kostet die wenig, einen Influencer an Handtaschen zu schicken oder Kleidungsstücke zu schickten.
00:48:58: Mit eben einem großen Effekt auf Verkauf und bei gleichzeitig fordert das natürlich auch ein bisschen das Verwässern dieser Brands.
00:49:05: Und wir sehen gerade genau diesen Schiff dass ganz viele Luxusmarken versuchen durch Preisscheigerungen wieder als Luxus- und als Elitäres und nicht so zugängliche Marke wahrgenommen zu werden um diese Fast eine Art künstliche Verknappung herzustellen, um eben diesen Wunsch und dieses Prestige dieser Marken wieder aufzubauen.
00:49:25: Weil es ehrlicherweise durch die Demokratisierung der Marke verloren gegangen ist.
00:49:31: Auch ne verrückter Turning Point im Prinzip?
00:49:34: Ja!
00:49:35: Dass man damit ja entteilen kann... Das schwanzt dann genau das
00:49:37: Gegenteil.
00:49:37: ... auch gegen Schlange in den Schwanz.
00:49:41: Ja, ich bin auch wahnsinnig gespannt wie sich das entwickeln würde.
00:49:45: Ich meine, ich finde wir haben schon grundsätzlich eine relativ kritische Auseinandersetzung mit InfluencerInnen und wie wir sie mit Presse auch haben.
00:49:55: Das gehört ja zu unserer Debattenkultur, dass wir über die Macht von Medien- und Berichterstattung immer wieder kritisch sprechen.
00:50:04: Und es ist ja auch gut so, weil am Ende ein Pfeiler von Demokratie ist, wie wir mit Pressemusik umgehen Und ich finde, deswegen hält sich da zumindest die Debatte die Waage.
00:50:15: Ich bin auch überhaupt gar kein Freund von so einem Influencer bashing weil das ist... halt ein Wirtschaftszweig und da gibt es Leute, die machen wirklich krasse Sachen.
00:50:24: Und wir alle gucken das uns auch gerne an wenn die ihre Outfit-Stylen und wenn sie kreativ werden und wie uns davon inspirieren lassen und so.
00:50:32: Und die soll es auch geben und die gehören auch dazu.
00:50:35: Ich bin gespannt wie sich da wie sich das einpendeln wird weil wir schon auch sehen dass ist einen kleinen Schiff zurück zu Print gibt.
00:50:44: Es gibt wieder gestiegene Werbespendings für die Print-Magazine, ne?
00:50:48: Wir haben große Debatten um Detox, um Screentime, um irgendwie mal wieder physische Dinge erleben.
00:50:57: Es kommen ja auch immer mal wieder neue Magazine!
00:51:00: Genau und da wird es auch wieder Kontrastbewegungen zu geben, die dann vielleicht auch Magazinen noch mal eine kleine Renaissance bescheren werden.
00:51:10: Also ich glaube nicht dass wir uns da so schnell von verabschieden werden, auch nicht der Macht von Publikation wie einer Vogue am Ende das wird uns glaub ich schon noch ne Weile erhalten bleiben.
00:51:22: Ja ich bin sowieso... Ich finde immer diese Enderzählungen das Dinge wirklich enden.
00:51:28: Es zeigt sich immer wieder, dass es so nicht ist.
00:51:30: Dass die Blücher sind nicht vom Markt gesprungen nur weil's E-Book-Reader gab.
00:51:35: Sondern das pendelt sich aus und es wird eine Gleichzeitigkeit von den Dingen irgendwie geben.
00:51:40: Aber diese ... ich sag mal fast hegemoniale Macht, die Magazine eben hatten vor zwanzig Jahren, die ist jedenfalls heute nicht mehr so gegeben aber sie sind noch da!
00:51:49: Und Sie haben auch immer noch ne gewisse Rolle und wir sehen das an der Met Gala und an Vogue World und allem.
00:51:56: also ne?
00:51:56: Auch als Marke hat Vogue immer noch wahnsinnig viel Einfluss und zumindest kulturelles Kapital.
00:52:01: Ich glaube, das ist so ein guter Punkt!
00:52:04: Und ich glaube, dass es auch ein kleiner Fehler im Film, im ersten Film, weil da geht's ja am Ende dann um eine Intriege die gegen Miranda Priestly gestartet wird... Es wird klar, ohne sie wäre Runway nichts und Sie würde alle Fotografen, alle Models und die Designer mitnehmen.
00:52:24: Die müssen sie behalten, um Runway in der Relevanz zu halten.
00:52:29: Und ich glaube dass das nicht stimmt!
00:52:31: Weil genau was du sagst Magazine wie Vogue sind Marken und die sind auch wegen der Person marken aber nicht nur, die können auch losgelöst von Personen weiter existieren und das ist ein Riesenvorteil gegenüber Influencern.
00:52:48: Wir haben das alle bei Chiara Ferrani mit erlebt, was für einen Fall einer absoluten Überinfluencer-Ikone.
00:52:56: aber da hängt natürlich alles an dieser einen Person... Ich sag mal kurz, was
00:53:00: da passiert ist.
00:53:00: Ich weiß nicht, ob das jeder heißt?
00:53:03: Ja genau also Chiara ferrani ich weiß sich Ob ich es ganz zusammenkriege, sie ist auf jeden Fall in Italien vor Gericht gekommen juristisch verfolgt worden.
00:53:13: Weil Sie einen Spendenaufruf im Kontext von einem Produkt einer Produktplatzierung geteilt hat und diese Spenden dann nicht dem Zweck zugeführt hat für den sie geworben hat.
00:53:26: also das war quasi so kaufen wir das und dann spendig dafür was.
00:53:30: Und diese Spende sind halt nur in Teilen und nicht im vollen Umfang angekommen Und dann wurde sie dafür eben angezeigt und es gab auch eine Gerichtsverhandlung.
00:53:39: Ich weiß gerade nicht mehr genau, wie sie ausgegangen ist.
00:53:41: auf jeden Fall haben sich natürlich unglaublich viele Werbepartner zurückgezogen.
00:53:45: Sie hat sehr viele Follower verloren und sie war über viele Jahre.
00:53:49: ja wenn man Influencer gesagt hat war das zweite Wort Chiara Ferrani.
00:53:52: also die ist eine Überikone dieser Branche gewesen auch einer der ganz frühen ganz großen alles auf eine Figur und wenn die Figur nicht mehr funktioniert, dann funktioniert das ganze System nicht.
00:54:07: Die ganzen Mitarbeitenden, die da dran hängen, hat ja Angestellte und weiß ich nicht, sie hat ne Marke, die ihren eigenen Namen trägt.
00:54:14: Das wird alles beschädigt!
00:54:16: Das ist bei einer Vogue nicht... Wenn Anna Winter Mist macht, wird das sicher eine Beschädigung der Marke sein, aber die Marke wird deshalb nicht verschwinden.
00:54:26: Die kann auch ohne Anna-Winter funktionieren und wird sie jetzt in Zukunft müssen.
00:54:32: Irgendwann ist auch die Frau nicht mehr arbeitsfähig, auch wenn man nicht weiß wann das sein wird.
00:54:36: Aber sie hat sich ja auch schon in Teilen dann ein bisschen zurückgezogen... Ja, zumindest
00:54:44: zurückgezogen!
00:54:46: nach vorne hin, aber im Hintergrund hat sie eine wichtige Rolle
00:54:49: bekommen.
00:54:50: Aber da hat sich ja auf jeden Fall was getan.
00:54:52: Da sind auch mal neue Personalien die dann mal irgendwie berichtet wurden und so.
00:54:57: Und ich weiß nicht, die ist glaube ich Anfang-Siebzig irgendwie.
00:55:01: also irgendwann wird das auch zu Ende sein, die Karriere dieser Frau?
00:55:06: Dann wird aber Wurg weiter bestehen!
00:55:08: Das ist ein unglaublicher Vorteil gegenüber Personenmarken wie Influencer dass halt eben sind.
00:55:15: Total, ja.
00:55:16: Und das werden auch die Marken sehen.
00:55:18: also dass der für die marken auch eine art von sicherheit.
00:55:24: Ja was würdest du denn abschließend sagen film gucken gehen oder nicht lohnt es sich
00:55:29: Also absolut.
00:55:30: ich bin da rausgegangen und hab gedacht was waren das für zwei schöne stunden die ich gerade verbracht habe und ich glaube dass das auch Für leute interessant ist die nicht so einen deren oder für die der erste film jetzt nicht so im herzen liegt wie bei mir.
00:55:44: aber Also ich habe vorher im vorne nein, ich hab versucht nicht zu viel zu gucken und mich da relativ wie gesagt ohne eingeschränkten Blick irgendwie reinzugehen.
00:55:54: Ich habe doch ein paar Kritikpunkte auch vorab gesehen, vor allen Dingen von auf Social Media eben primär.
00:56:00: es ging viel um so das Color Grading was auch generell eine Kritik ist die ja häufig gar jetzt in diesen Remakes auch dran stattfindet dass Das sieht gar nicht mehr aus wie der erste Film oder Teil, das ist in HD und viel schärfer.
00:56:16: Da wirkt es auf dem Kino... auf der Kinoleinwand, ehrlich gesagt total wie der erste Film.
00:56:24: Auch die Art und Weise, wie gefilmt wurde das zwischenzeitlich... Das ist findet ein Gespräch in einem Restaurant statt vor der Kamera laufen Leute vorbei Und wie die Kamera schwenkend und wie die Szenen angefangen sind.
00:56:35: Das ist wirklich vom Weib her von der Atmosphäre wie der Erste filmt.
00:56:39: Ja cool!
00:56:40: Da war ich relativ froh und beruhigt dass es eben nicht so Also ganz anders wirkt, sondern der Film wirkt wie der erste Film und hat noch den gleichen Charme.
00:56:50: Und ja Liebe für diese Charaktere eigentlich die gezeigt werden.
00:56:54: Was ich ganz interessant finde ist dass er auch teilweise ein bisschen selbst referenziell ist.
00:56:58: es findet der Aquamarine blaue Pulunder findet statt und auch genau dieser Gürtel und so ein paar Referenzen die man eben vor allen Dingen versteht wenn man in ersten Filmen kennt und gesehen.
00:57:11: Nichtsdestotrotz kann man ihn auch so gucken.
00:57:13: Ich glaube, er ist in sich schlüssig und total ... ja, entertaining.
00:57:20: Im Prinzip ist die Storyline es so, dass eben Andy Sext nachdem ihr im Jahr ... Sie war bei der Runway was ganz anderes gemacht hat danach, sie ist in den klassischen Totalismus gegangen und ist viel gereist und hat sehr ... So ein bisschen wie heißt das noch mal?
00:57:38: investigative journalism.
00:57:40: also fisi hat beginnt bekommt ganz zu anfangen des filmes auch einen preisverliehen für ihr journalistisches werk.
00:57:47: Und ist da ja sehr erfolgreich verliert aber aufgrund von Geld letztendlich ihren Job an bei einem Magazin oder bei einer Zeitung und wird dann.
00:58:00: Das will ich eigentlich nicht verraten, aber sie bekommt dann eben einen Job.
00:58:03: warum will ich nicht verrate?
00:58:03: Aber sie kommt dann eben ein Job bei der runway angeboten gleich am nächsten Tag mehr oder weniger weil da gerade ein Skandal die Runde gemacht hat der dass es eben journalistisch nicht gut war sozusagen.
00:58:16: Und ja, da ist sie dann eben zurück in der Welt der Mode und das der Runway.
00:58:22: Wir begegnen auch anderen Charakteren also Tucci... Wie heißt er nochmal?
00:58:32: Nigel?
00:58:33: Stanley Tutschi, der ist auch noch da.
00:58:35: Wir treffen Emily wieder die nicht mehr bei der Runways arbeitet aber wir treffen sie auch wieder.
00:58:42: sehr charmant gemacht, finde ich.
00:58:44: Und die Storyline selber fand ich ganz interessant, weil eben... Die eigentlich eine andere Geschichte erzählen, auf die wir uns jetzt fokussiert haben nämlich der Art der Rolle der Magazine und so, sondern sie reden eher über den finanziellen Faktor und wie schwer es ist Werbekampagnen zu bekommen um als Magazin zu überleben.
00:59:03: Deswegen finden Influencer nicht statt aber Figuren, die angelehnt sind an Bezos und eine Werke kauft Magazine, wer kauft Institutionen, journalistische Institution auf.
00:59:19: Und das fand ich interessant, genau sehr aktuell und ein sehr interessantes Spin für die Geschichte.
00:59:26: So viel selbst verraten im Film geht es gut aus, aber wir sehen ja in Realität sind die dieses Jahr Sponsor für die Met Gala und ja sind auch involviert finanziell in der Vogue.
00:59:37: Und wir haben sie letztes Jahr auf dem Cover gesehen mit ihrer Hochzeit und so.
00:59:40: also das ist ein sehr spannender Blick gerade auf wie inwieweit man sich eben auch kulturelles Kapital und kulturelle Macht erkaufen kann
00:59:49: wahnsinnig politisch Was mal wieder zeigt, wie viel das mit unser aller Alltag zu tun hat und mit Meinungsbildung.
00:59:57: Und wie wichtig es ist wer Macht über Publikationen hat Ja, dann da entscheiden kann was da passiert.
01:00:06: Also es sind ja so viele Dinge passiert ob das jetzt Disney auch war wo Trump dann gewettert hat und Leute entlasten wurden und dann aufgrund von gesellschaftlichen Druck wieder eingestellt und so.
01:00:20: also da passiert ja gerade ganz viel.
01:00:21: deswegen finde ich mega spannend dass der Film sich ja diesem Thema ein bisschen annimmt weil er es wirklich uns alle betrifft.
01:00:29: ob man sich jetzt für monat oder nicht Wer Macht über Medien hat, das ist für uns alle relevant.
01:00:35: Total und ich finde das ein ganz smarter Move auch dass das gewählt wurde weil es eben noch mal eine Tiefgründigkeit vielleicht oder auch eine Relevanz mitbringt die ja Ich sage mal, im ersten Tag ja noch nicht so eine große Rolle gespielt.
01:00:50: Hier ist nochmal mehr ein generell Gesellschaftsthema auch mit drin.
01:00:55: Im Ersten geht es viel um die Modebranche selber an sich und die Intrigen, die darin stattfinden.
01:00:59: Und hier wird diese Außenwelt ein bisschen mehr miteinbezogen.
01:01:02: Das fand ich echt gut!
01:01:05: Vielleicht wird das in den zwanzig Jahren von jetzt, also wenn die nächsten zwanziger Jahre rum sind dann auch mal ein interessantes Zeitdokument sein.
01:01:14: Wo da vielleicht neue Podcaste oder noch wir nochmal darüber sprechen werden was sich denn jetzt in den nächsten Zwanzigjahren im Bezug auf diese Welt getan hat?
01:01:26: Ja, also ich kann... Ich glaube es hatte Mary Streep in dem Interview gesagt dass die Fans durchaus hohe Erwartungen haben können und da würde ich mitgehen.
01:01:34: Man darf durchaus hoher Erwartung an den Film haben und die erfüllt er aber auch, würde ich sagen.
01:01:38: Also mich hat ja keins dabei sehr enttäuscht außer An einer Stelle.
01:01:43: wir wissen nämlich gar nicht was mit ihrem Boyfriend aus dem ersten Teil passiert ist.
01:01:48: Der findet gar nicht statt!
01:01:49: Also wer da auf Aufklärung hofft, der ist fehl am Platz.
01:01:54: Judith, seit wann stört dich das wenn Männer in der Irrelevanz verschwinden?
01:01:58: Nee ich muss auch sagen also ich habe das nur jetzt für den Fall dass das jemand interessiert.
01:02:01: Ich fand super, dass er keine Rolle gespielt hat und auch generell im Ersten hat sie ja noch so eine Affäre oder verliebt es ja und dann ich sag mal das Liebesleben spielt weniger eine Rolle
01:02:13: Wunderbar.
01:02:14: Ich finde, das klingt fabelhaft!
01:02:17: Ja...
01:02:19: ja ich werde auf jeden Fall reingehen so schnell wie es geht und dann muss
01:02:25: er noch mal rein.
01:02:26: Ich gehe am Sonntag mit meiner Mama und dann ziehe ich mich auch fancy an.
01:02:30: Heute hat sich Anne Hathaway gewünscht ne?
01:02:32: Ja genau jetzt weiß ich ja auch was drin vor kann.
01:02:35: Ich versuche jetzt mich ein bisschen an den Style des Filmes anzufassen natürlich.
01:02:39: Ich kann so viel sagen ich würde mal eine Nadel streifen
01:02:42: Versuchen.
01:02:43: Okay, sehr gut!
01:02:44: Habe ich?
01:02:44: Ich habe was mit Nadelsstreifen.
01:02:46: Ja dann würde ich etwas mit Nadel streffen.
01:02:48: Wir
01:02:49: machen ein Foto von dir.
01:02:51: Wir posten das mal bei Instagram unsere Kinolux, würd' ich sagen.
01:02:57: Das machen wir.
01:02:58: All right.
01:03:01: Das war schön und beim nächsten Quatsch müssen wir nochmal einen kurzen Turnaround machen noch einmal wenn nicht auch drin war wie es war.
01:03:07: Nur kurz.
01:03:09: Nicht so lang wie damals bei The Summer.
01:03:11: I Turn Pretty.
01:03:12: Ein
01:03:15: ganzes Sendung, du hast es gemacht.
01:03:16: Nee, so lange nicht!
01:03:17: Aber kurz noch deine Meinung würde mich auch interessieren.
01:03:19: Das machen wir schön.
01:03:23: Bis zum nächsten Mal.
01:03:25: Tschüss.
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