#20 Clowns - Zwischen Mode, Melancholie und Horror

Shownotes

Warum bringen uns Clowns zum Lachen – und manchmal das Fürchten? Pünktlich zu Halloween begeben wir uns auf die Spuren einer Figur zwischen Komik, Melancholie und Horror. Von den bunten Kostümen des Harlekins in der Commedia dell’arte über den traurigen Pierrot bis zur Blütezeit der Clowns in den 1920er-Jahren erzählen wir die Geschichte einer schillernden Gestalt, die nicht nur die Bühne, sondern auch die Mode geprägt hat. Wie fanden Rüschen, Rauten und übertriebene Silhouetten ihren Weg in die Modewelt? Und wann wurde aus dem Spaßmacher eine unheimliche Horrorfigur? Eine Folge über Maskerade, Mode und die dunkle Seite des Lachens.

Transkript anzeigen

00:00:08: Hallo, wir sind Will Bayer

00:00:10: und Franziska Gajek.

00:00:11: Und das ist Glanz & Schatten

00:00:13: der Podcast über Mode, Macht und Märchen.

00:00:20: Hallo Franzi!

00:00:21: Hi Judy!

00:00:24: Da sind wir wieder?

00:00:25: Ja ich glaube wir sollten uns nicht mehr vornehmen irgendwelche Zeitanhalten einzunehmen.

00:00:31: Wir kommen einfach raus wenn wir rauskommen.

00:00:34: Ja, Überraschungsfolgen.

00:00:36: Richtig!

00:00:36: Aber ich bin sehr stolz auf uns dass wir unsere Halloween-Folge wieder produzieren weil das ja finde ich so tief verankert ist in der Historie unseres Podcasts Weil wir vor zwei Jahren an Halloween angefangen haben.

00:00:54: Genau

00:00:54: Das ist schon zwei Jahre her, genau Unsere dritte halloween Folge

00:00:59: Und das erste mal ein Halloween Thema vor dem ich mich wirklich grusel.

00:01:05: Oh, mich auch.

00:01:06: Also bei den Hexen und den Vampiren fand ich alles sehr interessant aber da habe ich jetzt keine gruseligen Gefühle verspürt.

00:01:14: das ist heute ein bisschen anders.

00:01:16: Ich hab auch ein bisschen mehr Angst vor dem heutigen Thema als wo anderen Gruselfiguren und Halloween Charakteren die man so kennt.

00:01:26: Ich liebe ja Hexen sowieso und finde die eigentlich oft gar nicht so gruselig, sondern irgendwie einfach cool.

00:01:33: Und Vampire hat mir ... Hat mir Vampire letztens?

00:01:37: Ja!

00:01:37: Genau.

00:01:38: Es sind auch eine meiner Favorites.

00:01:40: Deshalb heute... ich habe auch gar nicht viel gruselliges dazu recherchiert mit vollem Bewusstsein

00:01:47: tatsächlich.

00:01:48: Ich hab ein bisschen Gruselfaktor.

00:01:49: Ich glaub es ist ein Thema was sehr weit ist und wo es auch sehr viel außerhalb von Schauer- und Horrorgeschichten gibt.

00:01:59: Das finde ich bei dem so spannend, weil so Hexen und Vampires schon hat eine eindeutigere Schlagrichtung, als das heute der Fall ist.

00:02:08: Da ist ja die Bandbreite der Figur einfach sehr groß.

00:02:12: aber für das Ende der Folge habe ich ein bisschen Grusel und Halloween Content.

00:02:19: aufgehoben, damit wir dann unsere Hörerinnen und Hörern gut in die Kürbis- und Gespensterjahreszeit entlassen können.

00:02:29: Ah ja sehr schön!

00:02:30: Aber ich bin auch froh wenn wir ein bisschen Easygoing anfangen.

00:02:34: und genau ihr habt's wahrscheinlich alle in der Folgenbeschreibung oder im Folgentitel schon gesehen.

00:02:40: es geht heute um Clowns um die verschiedenen Facetten von Clowns und um die Geschichte von Clouns.

00:02:47: Und ich muss ehrlich sagen, als du das Thema vorgeschlagen hast dachte ich kurz zu ah ja clown okay da musst du nicht sehr rein drehen man hat so ein paar Begriffe Ästhetiken im Kopf.

00:02:59: und dann habe ich angefangen zu recherchieren.

00:03:01: Und dachte, oh mein Gott!

00:03:03: Was gibt es alles wie interessant?

00:03:05: Wie hängt alles zusammen?

00:03:06: Ich werde total blown away.

00:03:08: Also danke da an dich schon mal für diese sehr gute Idee.

00:03:14: Da gehen die Props heute auf jeden Fall an dich.

00:03:17: Es hat richtig Spaß gemacht sich so reinzudrehen fand ich.

00:03:21: Ja, ich hab ja für mein Buch über Alexandre Michele schon so ein bisschen damals in Clowns und Harlequin und so recherchiert.

00:03:30: Weil das wird vielleicht, erzählst du ja dann auch nachher noch mal ist er auch immer wieder in seinen Sachen drin vorkommt.

00:03:37: Und das fand ich da nämlich auch schon total spannend weil mein persönlicher Eindruck von Clownz war es immer ganz viel halt tatsächlich von so Horror-Clowns gewesen oder halt so ein bißchen halt dieses hahalustige Zirkus Clown oder halt so Horrorclowns, aber dass das eine lange kulturhistorische Geschichte eigentlich hat und wirklich auch mehrere Wandlungen vollzogen hat.

00:04:02: So ein bisschen von der Bedeutung her oder den Erscheinungsformen her fand ich das total spannend.

00:04:09: Deswegen dachte ich da ist auf jeden Fall viel rauszuholen aus dem

00:04:11: Thema.

00:04:12: Ja finde ich auch.

00:04:13: Und

00:04:13: natürlich... Es war mein Kostüm letztes Jahr und das war eines meiner Favorite-Kostüme,

00:04:18: die ich

00:04:18: jemals gemacht habe.

00:04:19: Das war auch sehr stark.

00:04:21: Hast du da noch ... Ja es gibt ein Foto davon?

00:04:24: Es gibt einen Foto!

00:04:24: Das können wir gerne mal teilen.

00:04:26: Weil das ist wirklich ikonisch.

00:04:28: Ja, es wäre auch wieder heute dieses Jahr mein Goal to Kostümen gewesen.

00:04:32: Also eventuell gehe ich auch noch feiern an Halloween... Und dann würde ich das vielleicht auch.

00:04:36: Aber das ist der Zugang auch wieder über Grusel und Horrorclown irgendwie ne?

00:04:44: Ja, wobei die Inspiration ursprünglich für meinen Kostüm war eine andere.

00:04:50: Da komme ich gleich zu der Figur, die da der Hintergrund war.

00:04:54: Wir haben es wieder ganz klassisch aufgeteilt.

00:04:58: Du erzählst ein bisschen über die Kulturhistorie und ich widme mich dann den modischen Ausprägungen im zwanzigsten Jahrhundert und komme versprochen für alle Halloween-Fans am Ende auch noch auf den Ursprung und die Geschichte der Horrorclowns zu sprechen, die wirklich super gruselig ist.

00:05:20: Und die meine Clown-Angst gar nicht besser gemacht hat als

00:05:25: Islam.

00:05:25: Oh je, wo.

00:05:25: das tut mir leid!

00:05:26: Oh Gott...

00:05:28: Ja zum Glück begegnen wir im Alltag nicht so oft grusellige Clowns.

00:05:32: Deswegen ist das verkraftbar.

00:05:35: Weißt du noch?

00:05:36: Das war doch mal ein Trend von ein paar Jahren, dass sich Leute Gruselclown verkleidet haben und in so Parkhäusern einfach da so Leuten aufgelauert haben.

00:05:46: Die haben nichts gemacht, die standen dann einfach darum!

00:05:48: Und haben die halt erschreckt wie sonst was?

00:05:50: Das war doch mal so ein Ding.

00:05:51: Ja das war so einen Horror-Clown-Phänomen und die haben nicht immer nur nichts gemacht also manchmal Leute auch richtig... Also denen richtig doll Angst eingejagt weil sie teilweise Echte Waffen dabei hatten und so.

00:06:06: Also ja, das ist schon

00:06:08: anders abgesprochen.

00:06:10: Also glaube ich gab es auch diese harmloseren Varianten wobei wenn... also ich weiß nicht.

00:06:15: Ich glaub' ich würde die Fassung rollieren, wenn mir im Parkhaus irgendwo so ein Clown-Auflaumen... Ich würd', ich weiß nix.

00:06:23: Den würd' ich erst mal was erzählen!

00:06:25: Würde ich

00:06:25: da wirklich?

00:06:28: Ich weiß genau was ich machen würde.

00:06:29: Ich würde erst sterren.

00:06:29: Das ist meine Reaktion.

00:06:31: Ja.

00:06:31: Ich erst starre Es würde sich anfühlen, als würde mein Herz explodieren.

00:06:35: So ein Herzenfakt.

00:06:38: Wir waren ja auch mal gemeinsam letztes Jahr ... Nach unserer Folge, Folgenveröffentlichung waren wir gemeinsam auf einer Halloween-Party.

00:06:48: Und da sind wir doch durch diesen Gruselgang gelaufen und da waren ja auch so Horrorclowns und auch mit so eine Kettensäge die dann auch an war und dann hat es krass nach diesem Benzin auch gerochen und so.

00:07:01: Ich meine das ist jetzt nicht so ultra schlimm.

00:07:02: ich glaube es gibt schlimmere Halloween Veranstaltungen.

00:07:05: aber ich dachte so das reicht mir schon.

00:07:09: Ja, also bei Clowns bin ich... Also da bin ich wirklich nicht für zu haben.

00:07:14: Außer ich bin halt selber... Das muss ich sagen das war ein genialer Schachzug meinerseits mich selbst als Clown zu verkleiden weil dann sehe ich ja nicht wie großlöchig ich aussehe außer im Spiegel.

00:07:27: Vielleicht müsstest du es als Therapieform auch mal versuchen?

00:07:33: Hast Du denn dieses Jahr ein bisschen Halloween-Stimmung?

00:07:37: Ich habe hier während unserer Podcast-Aufnahme schon mal eine Kerze an, möchte ich sagen.

00:07:42: So um ein bisschen in die Schmuck zu kommen.

00:07:46: Ich wollte ja noch unbedingt den neuen Dracula gucken, der letztes Jahr ja schon rausgekommen ist, den ich aber immer noch nicht gesehen hab.

00:07:53: und ich habe schon Lust jetzt so ein bisschen... My Kind of Horror ist so Rocky Horror Picture Show.

00:08:03: Also ich bin da ein bisschen zart beseiten, halt nicht so viel aus.

00:08:06: Letztes Jahr haben wir ja den Dracula aus den neunzigern glaube ich geguckt.

00:08:11: Den fand ich ja sensationell, spektakulär großartig und das war so ein guter gutes Level an Grusel für mich.

00:08:18: Soviel mehr kann ich nicht gut ab.

00:08:20: Den könnte ich eigentlich auch noch mal gucken jetzt.

00:08:22: Du meinst Bram Storcaster?

00:08:23: Genau, absoluter!

00:08:26: Also ich meine da kommt lange nichts mehr dran an den.

00:08:28: Ja das ist so ein toller Film.

00:08:30: Das war so ein Film wo ich dachte Gott hoffentlich ist er nicht vorbei und das habe ich echt nicht oft Und wo man sogar nicht aufs Handy gucken wollte weil jedes Detail... Auch von die Kostüme sind ja total toll Da alles zu front sehen.

00:08:43: Die Kostüme und

00:08:43: auch die Storyline.

00:08:44: Ich finde die ist anspruchsvoll.

00:08:46: Man muss aufpassen, genau hinhören Man muss genau hingucken, man muss hören.

00:08:52: Welche Charaktere geht das jetzt?

00:08:53: Weil da ist so viel was passiert auch ohne dass es gezeigt wird und viel wird auch erzählt, dass man da wirklich echt aufpasst.

00:09:03: Ja, und genau hingucken deswegen.

00:09:05: Hast du denn schon Halloweenfilme oder sowas geguckt jetzt?

00:09:09: Nee, auch noch nicht so richtig!

00:09:11: Ich bin dieses Jahr ... Zuhause ein bisschen Baustelle hatten.

00:09:16: Und auch meine ganzen Bücher aktuell im Wohnzimmer auf dem Boden rumliegen und nicht mehr in meinem Bücherregal, unsere ist hier nur Chaos!

00:09:24: Deswegen konnte ich noch nicht so richtig in Stimmung... ...in Halloween-Stimmung irgendwie kommen.

00:09:29: Aber das ist jetzt vorbei und ich wollte dieses Wochenende meinen Bücheregal wieder einräumen und dann hoffentlich noch ein bisschen große Geschichten lesen oder halt.

00:09:39: die Serie fand' ich ja auch super ägiser.

00:09:43: Oh ja, die fand ich auch super.

00:09:45: Ja, große Empfehlungen auf jeden Fall auch.

00:09:49: Aber zu unserem Thema.

00:09:50: heute würde ich mir ungern was angucken.

00:09:52: Clowns muss ich nicht

00:09:55: sehen?

00:09:55: Nee!

00:09:56: Es gibt im Zweifel am Ende noch mal eine kleine... Auch wer möchte, gibt es noch etwas, das man gucken kann aber würde ich uns beiden jetzt auch nicht unbedingt empfehlen.

00:10:06: also für uns beide nicht alle anderen bitte gerne herzlich willkommen.

00:10:11: Aber die historischen Beispiele, die finde ich auf jeden Fall spannend und auch nicht gruselig.

00:10:16: Die

00:10:17: sind

00:10:17: amüsant und komisch.

00:10:19: Das schon wir starten damit?

00:10:22: Ich bin gespannt was du ausgebuddelt hast!

00:10:25: Ja wo fangen wir an?

00:10:26: vielleicht mit der Vorstellung oder wenn wir über Clowns sprechen dann denken wir auch ganz schnell vielleicht ein Hof nachem so als Ursprungsform dieser Figur.

00:10:38: Wahrscheinlich denken wir sofort an ein ganz bestimmtes Bild, oder wir haben ein ganz bestimmtes Bild vor Augen – einen Mann in einem bunten Kostüm mit einer auffälligen Mütze, an deren Spitzen kleine Glöckchen hängen!

00:10:49: Vielleicht trägt er einen Stab mit einem kleinen Narrenkopf und unterhält ein König mit seinen Späßen?

00:10:55: Doch die Geschichte des Hofnarren ist wesentlich älter und v.a.

00:10:58: internationaler als dieses europäische Bild vermuten lässt….

00:11:01: Tatsächlich finden sich Figuren, die wir als Hofnarren bezeichnen können in ganz unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften.

00:11:08: Im alten China ebenso wie in Indien, im antiken Rom an europäischen Füstenholfen und auch in verschiedenen afrikanischen Königreichen.

00:11:18: Die Kulturhistorikerin Beatrice Kay Otto beschreibt in ihrem Buch Fool's Are Everywhere – The Court Jester Around the World finde ich auch ein Super!

00:11:33: Und da beschreibt sie eben, dass der Hof nah keineswegs eine ausschließlich europäische Erscheinung war.

00:11:38: Sondern in China lässt sich seine Geschichte über einen außergewöhnlichen langen Zeitraum zurückverfolgen.

00:11:43: Bereits im chinesischen Altatum – das ist ein wirklich langer Zeitraum!

00:11:48: Ich habe noch mal nachgeguckt.

00:11:49: Das sind circa zweitausend Jahre vor Christus bis zwanzig Jahre nach Christus.

00:11:54: mit jeweils verschiedenen Dynastien Gab es eben auch schon professionelle Unterhalter an den kaiserlichen Höfen, die nicht nur durch Musik, Tanz oder komische Darbietungen auffielen sondern auch durch ihre Fähigkeit gesellschaftliche und politische Kritik zu äußern.

00:12:09: Interessanterweise gab es im chinesischen nicht unbedingt eine eindeutige sprachliche Trennung zwischen Schauspieler unter Haltern und Hofnachen aber sie alle hatten ein besonderes Privileg Sie konnten Kritik äußeren wie anderen Mitgliedern des Hofs möglicherweise nicht gestattet gewesen wäre.

00:12:25: Allerdings mussten sie ihre Botschaften in Scherze, Lieder oder komische Darstellungen verpacken.

00:12:30: Und genau darin liegt eine der wichtigsten gesellschaftlichen Funktionen des Hofnahren.

00:12:34: Er war nicht einfach nur dazu da Menschen zum Lachen zu bringen – er konnte vielmehr Dinge aussprechen die andere nichts sagen wagten!

00:12:42: Man könnte sagen, der Nah besaß eine besondere Stellung innerhalb der gesellschaftliche Hierarchie.

00:12:47: Er gehörte zum Hof und war gleichzeitig ein Außenseiter.

00:12:50: Er stand dem Herrscher nah ohne selbst über politische Macht zu verfügen.

00:12:55: Diese Position erlaubte es ihm manchmal, die Regeln der höfischen Gesellschaft zumindest vorübergehend außer Kraft zu setzen.

00:13:01: Auch in Indien finden wir vergleichbare Figuren – besonders bekannt ist beispielsweise Tenali Rama, der am Hof des südindischen Herrschers Krishnadevaraya im frühen sechzehnten Jahrhundert gewirkt haben soll.

00:13:14: Zahlreiche Geschichten erzählen von seiner Schlagfertigkeit, seiner Intelligenz und seiner Fähigkeit Autoritäten durch humorvolle Tricks bloßzustellen!

00:13:23: In Europa entwickelte sich der Hof nach vor allem während des Mittelalters und der Renaissance zu einer festen Institution an vielen königlichen und fürstlichen Höfen.

00:13:33: Dabei unterschieden sich die sogenannten natürlichen Narren von den professionellen oder künstlichen Narren.

00:13:38: Als natürliche Narren wurden häufig Menschen bezeichnet, deren körperliche oder geistige Besonderheiten von ihrer Umwelt als ungewöhnlich wahrgenommen wurden.

00:13:46: Professionelle Narren hingegen waren oftmals besonders sprachgewandt musikalische oder artistisch begabte Unterhalter.

00:13:53: Diese Unterscheidung macht natürlich... Eine problematische Seite der historischen Hofkultur auch sichtbar, Menschen mit Behinderungen konnten aufgrund ihrer Andersartigkeit zum Gegenstand höfischer Unterhaltung gemacht werden.

00:14:05: Also nicht alle Hofnarren verfügten über dieselbe Freiheiten oder Möglichkeiten ihre Position selbst zu bestimmen.

00:14:11: Zu den bekanntesten europäischen Hofnarnen gehörte beispielsweise Will Somers, der am Hof Heinrichs des Achten in England tätig war.

00:14:19: Ihm wurde eine außergewöhnliche Fähigkeit zugeschrieben, den König durch Humor zu beeinflussen – das ist schon Ja, wirklich eine Specialposition eigentlich.

00:14:29: Ich finde total interessant wie so die Funktion... der Nachen ja bis heute auch in unserem Sprachgebrauch stattfindet.

00:14:38: Also wir sagen ja, heute noch da hat jemand Nachenfreiheit wenn man so geschützt ist und alles sagen kann irgendwie weil man einen besonderen Stand bei jemandem hat und der einen nicht so schnell fallen lässt.

00:14:50: also dass das über ein solange Zeitraum eben so ein Motiv in unserer Sprache dann geblieben ist finde ich sehr interessant.

00:15:01: Das stimmt, da hab ich noch gar nicht darüber nachgedacht.

00:15:03: Aber ja klar, Narrenfreiheit kommt wahrscheinlich daher, dass man eine besondere Freiheit genießt die andere am Hof nicht haben zu sagen was man vielleicht auch denkt.

00:15:14: Versteckt als Humor so aber zumindest freiheitlicher als andere dann durchaus Ja diese besondere Freiheit spiegelt es sich eben auch in der Kleidung wieder.

00:15:25: oder diese ja vielleicht ein bisschen Außenseiterposition?

00:15:28: Das heute so bekannte Kostüm des Europäischen Hofnarren entwickelte sich über mehrere Jahrhunderte und war keineswegs die einheitliche Kleidung aller historischen Narren, also die hat sich auch immer wieder verändert.

00:15:39: Besonders charakteristisch wurde die sogenannte Narrenkappe – die häufig mehrere Zipfel besaß und mit kleinen Schellen oder Glöckchen versehen war.

00:15:47: Die Zipfel konnten an Eselsohren erinnern während die Glöcken jede Bewegung akustisch begleiteten.

00:15:53: Hinzu kam auffällige Farben, mehrfarbige Stoffpartien und gelegentlich ein sogenanntes Marotte-Zepter.

00:15:59: Ein Stab dessen Spitze häufig einen kleinen Narrenkopf zeigte.

00:16:03: Dieses Zepter kann als Parodie auf die in Siegenden königlicher Macht verstanden werden.

00:16:08: Während der König eben ein Zepta als Symbol seiner Herrschaft trug erhielt er nahe eine groteske komische Version des selben Gegenstands in der Hand.

00:16:16: Seine Kleidung war damit nicht nur dekorativ, sie stellte eine sichtbare Unkehrung höfischer Repräsentation dar.

00:16:23: Und wir wissen ja schon aus anderen Folgen wie wichtig wirklich die Kleidungen zu diesen Zeiten waren um zu zeigen wer man war und wie viel Macht man besaß.

00:16:32: Denn Kleidungsspielte hier eben eine zentrale Rolle bei der Darstellung gesellschaftlicher Hierarchien.

00:16:39: Kostbare Stoffe aufwändige Stickereien Schmuck oder bestimmte Farben waren eben nur besonderen oder sozialen Rängen vorbehalten und drückten politische Macht aus.

00:16:51: Der Nah hingegen durfte durch seine Erscheinung bewusst von diesen Kommissionen abweichen, seine Kleidung machte ihn sofort erkennbar und markierte

00:16:58: gleichzeitig

00:16:59: seine Sonderstellung.

00:17:00: Allerdings zeigen historische Darstellung, dass viele Hofnahren auch vergleichsweise gewöhnliche Kleidung tun.

00:17:06: Dass heute so ikonische bunte Nachenkostüm ist deshalb ein bisschen zwiho-spalten – es kommt wahrscheinlich eher von eben späteren Bildtradition und bildlichen Wiedergaben als jetzt wirklich das was die dann immer getragen haben.

00:17:19: Mit dem Rückgang des Hofnahrern als höfische Institution verlagerte sich die Figur zunehmend in andere kulturelle Räume auf die Theaterbühne, in die Literatur.

00:17:30: Und hier kommen wir zu einer Theater-Tradition, die unsere Vorstellung vom Clown bis heute entscheidend geprägt hat und die du vielleicht auch ein bisschen kennst Franzi.

00:17:41: Die italienische Comedia dell'Art.

00:17:43: Hast du davon schon mal gehört?

00:17:44: Da habe ich schon mal von gehört.

00:17:45: das ist wenn ich so richtig weiß eine Art Improvisationstheater.

00:17:51: ne

00:17:52: Genau ja.

00:17:52: also dass es eine Art Theater Performance oder halt Professionelles Theater, das sich in Italien des sechzehnten Jahrhunderts entwickelte und eben als Comedia dell'Arz bekannt wurde.

00:18:07: Und anders als bei vielen höfischen Theateraufführungen handelte es sich hier um professionelle Schauspielertruppen die durch verschiedene Städte und Regionen reisten und ihre Stücke für einen breiten Publikum aufführten und dabei oft auf Improvisationen und vor allen Dingen körperliche Kommunikationssätzen weil eben auch die Sprache als Hindernis wahrgenommen wurde.

00:18:29: Je nachdem, dass es später international wurde und dann war's hilfreich, wenn man durch die Körper die Story erzählen konnte und nicht durch die Sprache, die man nutzte.

00:18:41: Besonders wichtig dabei waren die sogenannten Stock-Characters oder so Standardcharaktere, die wiederkehrende Figuren mit klar erkennbaren Persönlichkeiten, Verhaltensweisen und Kostümen waren.

00:18:52: Diese Figuren verkörperten unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen und menschliche Eigenschaften.

00:18:57: Den geizigen Kaufmann, den großspurigen Soldaten, dem gelernten aber selbstgefälligen Doktor oder Doktore, den listigen Diener oder die jungen Liebenden.

00:19:09: Die Komik entstand häufig aus dem Aufeinandertreffen dieser unterschiedlichen Charaktere.

00:19:14: In Zentrum dabei standen Offenheitskonflikte zwischen Generationen, herrschenden und dienen oder gesellschaftlichen Erwartungen.

00:19:24: Ein wichtiger Bestandteil war die körperliche Komik.

00:19:29: Das, was ich eben schon gesagt habe, dieses Improvisationstheater-mäßige aber auch vor allem die Kommunikation durch den Körper.

00:19:36: Und das ganze nannte man Lazi.

00:19:39: Dabei handelte es sich um eingeübte komische Einlagen, die in unterschiedliche Handlungssituationen eingebaut werden konnten.

00:19:46: Also ein Schauspieler konnte beispielsweise über seine eigenen Füsse stolpern einen Gegenstand falsch verstehen oder eine einfache Aufgabe durch übertriebene Bewegungen vollkommen ins Chaos stürzen.

00:19:57: Diese Form der Komik funktionierte auch über Sprachgrenzen hinweg und trug dazu bei dass sich diese Comedia del Art eben auch über weite Teile Europas verbreitete.

00:20:07: Besonders interessant Besonders wichtig ist dabei die Drolle der Kostüme und Masken, denn die Figuren waren bereits durch ihre äußere Erscheinung identifizierbar.

00:20:16: Kleidung wurde zu einer Art visuellen Sprache, welche gesellschaftliche Position oder Persönlichkeit eine Figur verkörperte.

00:20:25: Es gab zum Beispiel Pantalone, ein älterer wohlhabender Kaufmann der häufig als geizig kontrollierend und übermäßig auf sein Besitz bedacht dargestellt wurde.

00:20:35: Sein Kostüm bestand traditionell aus eng anliegenden roten Kleidungsstücken einem dunklen Umrang und einer charakteristischen Maske mit einer langen gebogenen Nase.

00:20:44: Eine andere Figur war Il Dottore, der Doktor.

00:20:47: Der sich eben als gebildeter Mann präsentierte ohne unterbrochen Sprach meist unsinniges und in akademischer Tracht der Zeit auftrat.

00:20:55: Ein schwarzes Gewand, eine entsprechende Kopfbedeckung und eine Maske mit auffälliger Nase machten ihn leicht erkennbar.

00:21:03: Und dann gab es die Dienerfiguren – die sogenannten Zanni oder Sanni!

00:21:07: Sie gehörten zu den dynamischsten Charakteren der Comedia dell'Art und waren häufig für die körperliche Komik verantwortlich.

00:21:14: Zu ihnen gehörte auch eine Figur, die später zu einer der bekanntesten Gestalten der europäischen Theatergeschichte werden sollte – Arlequino!

00:21:22: Und das klingt schon ein bisschen ähnlich wie das was wir vielleicht kennen nämlich Harlequin.

00:21:27: Harlequin ist wahrscheinlich eine der bekannteste Figuren der Com media dell'art.

00:21:32: Karlikin war ein Diener, der sich durch seine Beweglichkeit, seine Schlagfertigkeit und seine Fähigkeit auszeichnete, selbst aus den schwierigsten Situationen einen Vorteil zu ziehen.

00:21:41: Dabei war er keineswegs immer besonders intelligent – also häufig handelte er imposiv, war ständig hungrig und ließ dich auch leicht ablenken!

00:21:49: Gerade diese Mischung aus Naivität einer Listigkeit oder einer Liste und körperlicher Energie macht ihn zu einer ungewö- außergewöhnlich beliebten Figur.

00:21:59: Besonders charakteristisch war eben auch sein Kostüm, ursprünglich trug Harlequin eine Kleidung die aus unterschiedlichen gefärbten Stoffflicken zusammengesetzt schien.

00:22:07: Diese Flicken können als Hinweis auf seine niedrige gesellschaftliche Stellung verstanden werden.

00:22:12: Harlequinen war schließlich ein Diener der sich keine kostbaren Stoffe leisten konnte.

00:22:16: Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus jedoch eines der bekanntesten Muster der Kostümbeschichte – das geometrische Rautenmuster!

00:22:23: Die zunächst unregelmäßigen Stoffstücke wurden zunehmend stilisiert und den regelmäßigen, häufig mehrfarbigen Rauten angeordnet.

00:22:30: Harley Keams Kostüm verwandelt er sich damit von einer Darstellung ärmlicher Kleidung in ein hochgradig dekoratives und sofort wiedererkennbares Design – das kennen wir glaube ich auch oder?

00:22:43: markante Halekinen rauten musste.

00:22:45: Das lohnt sich auch, sich das jetzt gut zu merken weil später auch als Referenz oder als Erkennungszeichen für den Halekin noch ganz oft auftaucht.

00:22:59: und ich finde es gerade da so spannend dass diese Figur so maßgeblich ja durch ihre Kleidung erzählt wird also dass dann Wie wir das schon so häufig im Storytelling bemerkt haben, dass dann die Kleidung so ein elementarer unverzichtbarer Teil der Identifizierung von einer Figur für das Publikum wird.

00:23:21: Und da ist der Hallekinn ein krasses Beispiel dafür und ich dachte gerade als Rheinländer... Kennen wir das ja bei uns auch an Karnevals, zum Beispiel heute in Form des sogenannten Lappenclowns.

00:23:37: In Köln ein bekanntes oder auch im anderen Orten wo Karneval gefeiert wird, ein bekanntes Karnevalskostüm ist und der eben auch aus diesen Stofffetzen die dann so in Lagen übereinandergelegt sind entstanden ist und ja heute ikonische sehr aufwendige Kostüme eben sind?

00:23:58: Ja.

00:23:58: Und ich finde, das ist schon ein sehr markantes Muster, dass es total auffällt.

00:24:02: Das sind nicht so Streifen, so blau-weiße Streifen die ja dieses Marienemäßige haben.

00:24:08: Die sind fast unauffällig aber diese Rauten auch vor allen Dingen in knalligen Farben oft sind schon auch sehr auffälliger und markanter.

00:24:17: Weil da gibt's ja unterschiedliche Varianten, aber das sind ja oft wirklich große Flächen.

00:24:24: Also sie sind ja nicht ganz kleinteiliger wo man wie beim Haaren tritt oder so, dass man ganz nah ran gehen muss um überhaupt zu sehen wie das Muster eigentlich entsteht.

00:24:35: Sondern das sind ja große Farbflächen die dann da zusammenkommen und oft auch mit komplementär Farben und so.

00:24:43: also sehr eindrucksvoll macht ja total Sinn bei einem Theaterursprung, dass es eben für ein Publikum in der letzten Reihe noch gut erkennbar war und welche Figur es sich handelt.

00:24:56: Ja.

00:24:58: Das Kostüm und eben auch die Bewegung, die Halikim machte, machten ihn auch zu einer Figur, die sich ständig zwischen gesellschaftlichen Rollen bewegte.

00:25:06: Er war eben Diener und gleichzeitig oft derjenige, der seine Herren austricksen konnte – er war scheinbar naiv und dennoch der einzige, der die Situation durchschaut hat.

00:25:16: Besonders in der Kunst des XIX.

00:25:17: und im führenden zwanzigsten Jahrhunderts entwickelte sich Halikhim zu einem beliebten Motiv.

00:25:22: Pablo Picasso etwa stellte Halikine wiederholt in seinen Gemälden dar.

00:25:27: Dabei ging es ihm nicht nur um die dekorative Wirkung des Rautenkostüm, sondern auch um die Figur des Künstlers als Außenseiter.

00:25:34: und eben dieser Figur das Haliking der eben so eine Zwischenwelt irgendwie bewohnt.

00:25:42: Das Kostüm des Halikin wurde zu einem Symbol künstlerischer Identität, Maskerade und gesellschaftlicher Andersortigkeit.

00:25:49: Während Harlequin durch Bewegung, List und seine auffällige Erscheinungen charakterisiert wird, entwickelte sich gleichzeitig eine andere Form der komischen Figur hervor.

00:26:01: Nämlich Piero.

00:26:02: Hast du davon schon mal gehört

00:26:03: Franzi?

00:26:04: Ja natürlich!

00:26:05: Der Piro.

00:26:07: Genau.

00:26:09: Piro entstand aus der italienischen Dienerfigur Pedro Lino also basiert auch auf dem Namen Pepe Peter quasi oder Pedro und wurde besonders durch italienische Schauspieltruppen bekannt, die im späten siebzehnten Jahrhundert in Paris auftraten.

00:26:24: Im Gegensatz zu Harlequin trug Piro keine dunkle Maske – sein Gesicht war weiß geschminkt, wodurch seine Mimik insbesondere seine emotionalen Reaktionen für das Publikum sichtbar wurden.

00:26:35: Auch seinen Kostüm unterschied sich deutlich von dem des Harlequins.

00:26:39: Piro trug eine weite überwiegend weiße Bluse mit großen Knöpfen dazu einer ebenfalls weite Hose.

00:26:45: Häufig wurde das Kostüm durch einen großen gerühschten Kragen und eine helle Kopfbedeckung ergänzt.

00:26:51: Die weiße Kleidung verlieh Piro auch ein Auffall in schlichter Erscheinungen, die im starken Kontrast zu dem bunten Kostümen anderer Theaterfiguren stand.

00:27:00: Und das ist übrigens die Inspirationsquelle meines Kostymes letztes Jahr gewesen, Piro.

00:27:05: Dem habe ich mich nahempfunden.

00:27:08: Er war zunächst auch komische Dienervigur, also komisch im Sinne von Komik.

00:27:14: Häufig naiv unbeholfen und das Opfer von Streichen anderer Charaktere.

00:27:19: Im Laufe des achtzenten und besonders des neunzehnten Jahrhunderts veränderte sich seine Bedeutung jedoch grundlegend.

00:27:24: Pierrot wurde zunehmend als empfindsamer, verträumter und unglücklich verliebte Außenseiter dargestellt.

00:27:31: Besonders häufig sehnte er sich nach Kolumbine die seine Liebe jedoch nicht erwiederte und sich stattdessen Harlequin zuwandte Was dieser Konstellation entstand, eine der bekanntesten Motive der europäischen Theater- und Kunstgeschichte.

00:27:44: Nämlich der traurige Clown!

00:27:46: Die Girls – ich muss mal kurz sagen auch in die Clown-Girls scheinen den Troublemaker irgendwie gut zu finden, ne?

00:27:53: Ob man damit auf Dauergut fährt… Ich weiß es nicht.

00:27:57: Aber es fällt auch wieder hier auf...

00:28:00: Ja the bad boy.

00:28:01: The Bad Boy it is ja Mal wieder.

00:28:06: Trotzdem brachte auch Piro das Publikum zum Lachen, während er selbst

00:28:11: ja

00:28:12: unter seiner Einsamkeit und seiner unerfüllten Liebe litt.

00:28:15: Diese Verbindung von Komik und Melancholie macht ihn besonders eben für die Kunst- und Literatur des neunzehnten Jahrhunderts interessant.

00:28:22: Während der Romantik und später im Symbolismus wurde Pirot zunehmend zu einer Projektionsfigur für Einsamkeit, Entfremdung und künstlerische Sensibilität.

00:28:32: Der Clown war nicht mehr nur jemand, der andere unterhielt – er wurde zu einer Figur, die selbst litt!

00:28:37: Später griffen zahlreiche Künstler diese melancholische Figur auf.

00:28:44: Während Künstler der Moderne ihn als Sinnbild der Entfremdung und der fragilen menschlichen Existenz interpretierten.

00:28:50: Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts begann sich das Interesse des Publikums dann aber auch zu verändern, eine andere dritte Figur trat zunehmend in den Vordergrund der Clown.

00:29:02: Wenn wir heute an einen klassischen Clown denken, stellen wir uns wahrscheinlich ein weiß geschminktes Gesicht.

00:29:07: Auffällige rote Wangen übertriebene Gesichtszüge und ein buntes Kostüm vor.

00:29:12: Vielleicht auch noch so eine Art Halskrause rüschen auf jeden Fall auffällig!

00:29:16: Und große rote Schuhe...

00:29:19: ...und große rute Schuhen ja?

00:29:20: Und groß überschnängter roter Mund auf eine große route Nase also alles ein bisschen übertrieben.

00:29:28: Diese Vorstellung wurde maßgeblich durch den englischen Schauspieler Josef Grimaldi geprägt.

00:29:34: Grimalldi wurde in London geboren und entwickelte sich zu einem der berühmtesten Komiker seiner Zeit.

00:29:41: Besonders bekannt wurde er durch seine Auftritte als Clown in der britischen Pantome, die beruht auch wiederum auf dem sogenannten Hallekinenade?

00:29:56: Komedial Del Art hat sich eben über Europa verbreitet und in England wurde insbesondere die Geschichten um im Haarlikemen besonders beliebt.

00:30:05: Und daraus entwickelte sich diese Pandemieme.

00:30:09: Sein großen Durchbruch hatte er, mit der Produktion Mother Goose am Covent Garden Theater.

00:30:16: Kemaltis Clown unterschied sich deutlich von den bisherigen Theaterfiguren.

00:30:20: Er war laut, überdreht, anarchisch und körperlich äußerst expressiv.

00:30:25: Während Halekin häufig als geschickter und eleganter Trickster auftrat, war Grimaldis Clown wesentlich chaotischer.

00:30:31: Er aß, stahl, kämpfte, stolperte und verwandelte die Bühne in einen Ort vollkommen unsinnst.

00:30:37: Seine Komik beruhte oft auf Übertreibung überraschenden Bewegungen und einer fast grenzenlosen Missachtung gesellschaftlicher Regeln.

00:30:45: Auch sein Kostüm wurde ikonisch.

00:30:47: Grimaldi trug eine auffälliges, gemustertes, häufig farbenfrohes Kostümen.

00:30:51: durch seine übertriebenen Proportion und dekorativen Elemente die Bewegung seines Körpers unter Strich auch da.

00:30:57: Die großen Schuhe haben hier schon so ein bisschen den Ursprung gehabt also die waren auch schon etwas größer als normale Schuhen oder so und die Ärmel waren lang oder besonders weit etc.. Besonders charakteristisch und ikonisch war jedoch sein Makeup.

00:31:14: Sein Gesicht war weiß geschminkt, mit markanten roten Mustern versehen – die seine Mimik verstärkten!

00:31:20: Dieses Gesicht wurde zu einem wichtigen Vorbild für die spätere Entwicklung des klassischen Clown-Makeups.

00:31:26: Man würde heute ein bisschen sagen er hatte ein bisschen Blush Blindness gehabt… Er hatte absolut Blush-Blindness

00:31:32: ja!

00:31:34: Also da ist auch das ist sogar nochmal das Make up von diesem Clown sogar noch mal extremer als das Make-up der Halsensounds, würde ich sagen.

00:31:42: Also da waren wirklich viele ... also wirklich ein rotes Muster ins Gesicht angemalt.

00:31:49: Er verkörperte ihm das Gegenteil von Disziplin, Ordnung und gesellschaftlicher Zurückhaltung.

00:31:54: Gerade in einer Gesellschaft die zunehmend durch Industrialisierung bürgerliche Moralvorstellungen und neue Form sozialer Kontrolle geprägt wurde, bot der Klauen eine Möglichkeit diese Regeln zumindest für die Dauer einer Theateraufführung außer Kraft zu setzen.

00:32:08: Und das erklärt so ein bisschen diese Popularität dieser Charaktere, ne?

00:32:12: Die dürfen halt Sachen machen, die normale Menschen gerade so dann in ...

00:32:17: ja...

00:32:18: Industrie und vor victorianischen England eben nicht durften.

00:32:23: Seine Popularität war so groß, dass der Clown nach und nach Harlequin als zentrale Figur der britischen Pantomime verdrängte.

00:32:30: Gleichzeitig wurde

00:32:31: Grimaldis Vorname Joseph bzw seine Kurzform Joey zu einer bis heute gebräuchlichen Bezeichnung für Clowns im englischsprachigen Raum.

00:32:39: Damit entwickelte sich aus einer Theaterfigur eine neue kulturelle Ikone.

00:32:44: Im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts entwickelten sich die britischen Pandemie immer stärker zu einer aufwendigen Form populärer Unterhaltung.

00:32:52: Auch große Bühnenbilder, spektakuläre Kostüme, Musik, Tanz und komische Darbietungen machten sie zu einem wichtigen Bestandteil der Theaterkultur.

00:33:01: also es war nicht nur Shakespeare sondern eben auch Clown ist ein großer Teil dieser Theaterwelt.

00:33:09: Gleichzeitig verbreiteten sich Clown-Figuren zunehmend in anderen Formen der Unterhaltung, insbesondere im Zirkus.

00:33:16: Also wir haben bisher gesehen dass der Clown historisch keineswegs nur eine lustige Figur war.

00:33:20: er war ja auch immer ein Außenseiter einen Trickster der gesellschaftliche Regeln überschritt und durch seinen Verhalten Chaos verursachte.

00:33:28: Und genau diese Eigenschaften machte ihn auf für ein ganz anderes Genre interessant den Horror.

00:33:33: Denn wenn wir genau darüber nachdenken, hat die Figur des Clowns durchaus etwas Unheimliches.

00:33:38: Sein Gesicht ist hinter einer dicken Shift-Maker verborgen, sein Lächeln ist übertrieben und permanent sichtbar unabhängig davon was er tatsächlich empfindet.

00:33:48: Seine Bewegungen sind häufig unvorhersehbar und sein Verhalten widersprücht den Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens.

00:33:53: Was in einer komischen Aufführung zum Lachen führt kann in einem anderen Kontext plötzlich Angst auslösen.

00:34:00: Besonders Interessant ist dabei das Gesicht des Clowns.

00:34:02: Während Pirot mit seinem weiß geschminkten Gesicht im neunzehnten Jahrhundert Melancholie und Verletzigkeit verkörperte, kann dieselbe Ästhetik im Horror eine gegenteilige Wirkung entfalten.

00:34:12: Das geschminken Gesicht wird zu einer Art Maske die die tatsächlichen Emotionen und Absichten der Person verbirgt.

00:34:18: Und das ist auch ehrlicherweise das was ich an Clown's glaube ich am wuseligsten finde dass sie eben eigentlich ja lustig scherzhaft ne Heiter sein sollen Und dann aber hinter dieser Maske so verschwinden und man weiß gar nicht, was die wahren Motive hinter ihrem Handeln sind.

00:34:34: Man erkennt ja die Personen nicht mehr.

00:34:36: Das ist ja eine starke Rolle, die alles überdeckt, dass man gar keine Ahnung mehr davon hat, weil das auch einstudierte Performances sind, die dem Clown zugeschrieben wird.

00:34:50: Da kommt wenn man es nicht möchte wenig von der eigentlichen... Persönlichkeit durch und das macht den ja dann sehr schwer einzuschätzen.

00:34:58: Den menschen hinter dem makeup irgendwie

00:35:01: Ja überhaupt dass man Überhaupt, den menschen dahinter wahrnimmt.

00:35:05: man sieht halt diese maske als allererstes sozusagen ja alles was der mensch Dahinter ist es irgendwie unsichtbar so ein bisschen.

00:35:12: Das ist auch um jetzt noch mal ein bisschen Theorie reinzubringen das lässt sich gut verbinden mit Siegmund Freud's Konzept des Unheimlichen, also der hat Anfang des zwanzigsten Jahrhundert eben viel geschrieben über Psychologie und auch das Unheimliche erläutert.

00:35:28: Und ihm nach oder diesem Konzept nach ist das Unheimliche oder dass ein Unheimlicher entsteht unter anderem dort wo eben etwas zunächst Vertrautes plötzlich fremd-und bedrohlich erscheint Also etwas das wir eigentlich kennen also uns heimlich is Heim im Sinne von Nützehause wird unheimlich weil es weil es einen Dreher bekommt.

00:35:49: Da ist etwas, was nicht ganz so normal ist oder etwas, das wir nicht kennen und in dieser Verbindung entsteht dieses Gefühl von Unheimlichkeit.

00:35:57: Und da ist eigentlich auch das, was bei diesem Horrorclown oder bei Clowns eben auch passiert.

00:36:01: Wir erwarten diese Figur des Clownes... die wir kennen und dann wird die aber gedreht, weil sie eben dann bösartige Notive beispielsweise

00:36:10: hat.

00:36:10: Ja also es ist ein sehr smarter Move gewesen in Literatur und Filmen den Clown zu nutzen und seine Handlungen dann so einen bösen Turn zu geben, weil das dann so'n dollen Grusel erzeugt.

00:36:30: Weil ich glaube was man vielleicht... als Disclaimer nochmal auch beim Thema Clown sagen muss.

00:36:35: Es gibt ja heute Menschen, die Clown-Ausbildung machen und ich habe mal einen kennengelernt und für sie ist das wirklich eine wahnsinnige Herzensangelegenheit.

00:36:48: Die nehmen das sehr, sehr ernst also es gar nicht ein Klamauk und ach aha du wirst jetzt clown und so da ist man ja schnell einmal mit sich drüber lustig.

00:36:58: unglaublich viel psychologische Arbeit, ganz viel Körperarbeit.

00:37:03: Die entwickeln ja wirklich Clown-Figuren in die sie dann schlüpfen.

00:37:08: wir haben auch heute immer noch Krankenhausclowns zum Beispiel also die soziale Arbeit auch leisten und ich also in diesen Gesprächen damals war so dieses Thema dass das dann ins Gruselige so gerne gedreht wird für diese Person gar nicht so toll, ne?

00:37:25: Weil die das wirklich wahnsinnig ernst und mit großer Passion und jede Woche zu dieser Clown-Ausbildung gegangen ist.

00:37:33: Und dass super Ernst genommen hat!

00:37:35: Ich habe da in dem Gespräch super viel gelernt weil mir das auch nicht so klar war.

00:37:40: ich meine wir kennen alle Modern Family und Cameron und seine Clown Figur und wie ernst er das da auch nimmt.

00:37:47: Das ist gar nicht soweit weg glaube ich von der Realität.

00:37:50: Wie wichtig das für Clowns nicht nur diesen Horror drin zu sehen, sondern dass da ganz viel tiefer und ja eben auch Psychologie drinnen steckt.

00:38:01: Ja natürlich auch eine wahnsinnig historie, wie wir das jetzt gesehen haben.

00:38:04: Das ist eine lange Geschichte diese Figur die vor allen Dingen immer eine wichtige Position in Geschichten hatte oder in diesen Theateraufführungen, dass sie Dinge sagen konnte.

00:38:16: oder der Hofner durfte Dinge sagen, die eben anderen total verboten waren.

00:38:20: also Man durfte auf keinen Fall dem König kritisieren, aber dieser Hofner durfte es.

00:38:24: Und auch Halikin, der eben Hierarchien zwischen Herrschenden und Dienden so auf den Kopf gestellt hat.

00:38:30: Pierrot, die Verletzlichkeit des gesellschaftlichen Außenseiters vor Körperte.

00:38:35: und eben Clown oder Derclown, der durch seine übertriebenen Bewegungen und absurdes Verhalten die Regeln des Alltags lächerlich gemacht hat.

00:38:43: Das hat immer eigentlich für Zuschauernde eine erleichterende... weil man da gesehen hat, dass die eigenen Ängste-Kritikpunkte Unsicherheiten, die da so widerspiegelt wurden in diesen Figuren.

00:38:55: Man war halt eben oft nicht Herrscher, Doktor oder Kaufmann sondern ... Ja, vielleicht eher in einer dienen Position und war dann erleichtert zu sehen.

00:39:05: Ah, man kann sich vorstellen das so aufzubrechen irgendwie diese starren Rollen oder Verhaltensweisen?

00:39:12: Ich weiß auch nicht wie es dir früher ging wenn so als Kind wenn es darum ging Als was verkleiden wir uns irgendwie an Karneval, dann war Clown immer so ja mach doch Clown.

00:39:23: Und da war man immer als jeden so.

00:39:25: oh nee das ist ja langweilig kein Clown.

00:39:28: und das finde ich jetzt also auch im Hintergrund dieser Folge total schade weil es ja eine zentrale gesellschaftliche kulturelle Figur ist die seit Jahrhunderten besteht seit Jahrhunderten ihre Berechtigung hat und auch in jeder

00:39:47: Tausenden sagen.

00:39:48: In China war das ja schon vor tausenden Jahren!

00:39:51: Und die findet ja in jeder Epoche, in jeder Zeit, in jeder Gesellschaftsform immer ihren Platz was er zeigt wie wichtig diese Figur von ein kritischer Blick auf die Gesellschaft werfen dürfen, frei sprechen dürfen.

00:40:05: Also freie Sprache, freie Kommunikation und so wie elementar das für uns ist und dass es überhaupt nicht basic ist.

00:40:15: Wenn ihr Eltern zuhören ermutigt eure Kinder sich als Clowns zu verkleiden, das ist ein relevanter gesellschaftlicher Teil.

00:40:24: Absolut!

00:40:26: Ich bin auch jetzt mehr auf jeden Fall... Und dann letztes Jahr mit meinem Kussier war er ein bisschen Fan geworden, vor allem von den historischen Clowns.

00:40:35: Denn der Naher und auch der Clown erlauben uns eben die Welt für einen Moment aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

00:40:42: Sie machen sichtbar dass gesellschaftliche Regeln nicht selbstverständlich sind sondern hinterfragt verspottet und manchmal sogar umgekehrt werden können.

00:40:49: Und gleichzeitig erinnern sie uns daran das Komik und Tragik oft erstaunlich nahe beieinander liegen.

00:40:54: Hinter dem Lachen des Clown verbirgt sich manchmal Melancholie Und hinter der vermeintlichen Dummheit ist nachher eine unbequeme Wahrheit.

00:41:01: Das finde ich eigentlich einen schönen Gedanken über diese Figuren.

00:41:07: Ja, das meinte ich am Anfang mit.

00:41:12: was steckt da alles drin?

00:41:13: Das war mir wirklich nicht bewusst ... Was ist da für Dimensionen... Da kann man ja wirklich drüber philosophieren über die Clown-Figur.

00:41:23: Also da stecken so viele Dimensione drin und ... Vielleicht auch mal spannend für jeden, wenn ihr jetzt zuhört.

00:41:32: Für jeden Mal so überlegen mit welcher Art von Clown er sich identifizieren kann oder wo man in sich selber so Anteile sieht.

00:41:42: Hast du eine Clownfigur die dir zusagt?

00:41:46: In dem Sinne?

00:41:47: Also ich mag schon in der Ästhetik und weil das auch gefühlsbetont ist schon den Pierrotclown.

00:41:53: Ich finde auch dass es spannend ist, weil das ja schon auch eine männlich gelesene Figur ist.

00:41:59: Die eben dann so ne große Emotionalität zeigt.

00:42:04: Das finde ich einfach spannend.

00:42:07: Ich glaube, ich kann mich aber auch ein bisschen mit dem Kritiker in Form des Hallekins in manchen Momenten identifizieren und dieses Kritisieren durch Humor oder so ... Ja!

00:42:23: So überspitzt Sprechen zum Beispiel, um auf Dinge hinzuweisen.

00:42:28: Ich glaube das finde ich gut wenn Leute das sehr gut können und würde nicht behaupten dass ich darin gut bin aber ich glaub es nutze ich manchmal auch.

00:42:38: Das würde ich

00:42:38: aber auch sagen!

00:42:39: Das sehe ich eh nicht glaube ich, dass du da auch manchmal mit Spitzhärzungen kritisch geben kannst.

00:42:45: Wie ist das bei dir?

00:42:47: Also ich fühle mich emotional auf jeden Fall mit Piro verbunden.

00:42:52: Also der traurige Clown spricht einfach zu mir, auch weil ich sehr viel Melancholie in mir hab.

00:42:59: Und so das Bitter Süße... Ja, einfach nicht unbedingt... Ja doch ein gewisserweise auch ein Lebensgefühl von mir ist.

00:43:06: Das ist immer irgendwie da ne?

00:43:07: Also auch so den glücklichsten Momenten empfinde ich immer noch so'n bisschen auch melankolische Bittersüße Und deswegen, glaube ich da bin ich emotional auf jeden Fall am nächsten dran.

00:43:21: Aber ich mag schon auch dieses bisschen nicht ins Lächerliche ziehen aber so ein bisschen diesen Kritik-Teil der Figuren auf jeden fall also auch dem Narren das er einfach so dann halt in Witzkritik.

00:43:33: äh äh Äh ähh äh öh ähhh ähh Äh Ähh ähh öh Ähhhh ähh Öhh ähhh Ähh Ähh öhh ääh ähh eh äh eh ähh Eh äh ehh ähm äh Eh ähh ehh eh eh äeh äh Øäähh äH ähh

00:43:39: Øeeh ääh Äh eh eh eh Äh öhh eh Ähh eh Øehh ähl äh uh äh Öh ähn äh EUh äöh äh åh ähm Äh æh äääh ähl Äh Öööh ääh eh ääh Øh äuh ääh öh Äh äeh

00:43:43: Øiäh äh Ja, so viel zu meinem Teil.

00:43:45: Sollen wir in die Mode eintauchen?

00:43:49: Let's do it!

00:43:53: Ich hüpfe in die zwanziger und dreißiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts denn da beginnt Ära der Clowns.

00:44:05: Und das nicht zufällig und nicht ohne Grund, und der Cloun wird in verschiedenen Ästhetiken auftauchen und dann auch die kommenden hundert Jahre uns in der Mode begleiten und immer wieder auf unterschiedlichen Wegen begegnen.

00:44:22: Zwanziger-dreißigerjahre in Europa bedeutet Der Erste Weltkrieg war vorbei und viele Menschen sehnten sich nach Leichtigkeit Und mussten aber ja gleichzeitig die bitteren Erfahrungen des Krieges verarbeiten und waren also auch mit einer großen inneren Melancholie beschäftigt oder belegt.

00:44:45: Das sind schon zwei Motive, die der Pyroclown in sich vereint – auf der einen Seite der Humor und eben auf der anderen Seite die große Melancholie.

00:44:55: Gleichzeitig sind die Zwanziger- und Dreißigerjahre auch die große Zeit der Varietés und der Bühneshows.

00:45:04: Und auch des Surrealismus, der zwischen neunzehnundzwanzig und neunzentnein dreißig seine Hochzeit erlebte.

00:45:12: Dazu ein Kleiner kurzer Exkurs.

00:45:16: Warum Sorealismus und Clown so gut zusammenpassen?

00:45:19: Das wird gleich noch wichtig werden, weil eine große Sorealistin der Mode – du fernst wahrscheinlich schon wer!

00:45:27: Aber ich sitze jetzt schon auf reißen Kohlen.

00:45:29: Wann sagst du es endlich?

00:45:30: Auch das Thema Clown aufgreifen wird.

00:45:34: Also Der Sorealismus wird so um neunzehnzwanzig in Paris rund um André Breton gegründet der alltäglichen Realität.

00:45:44: Also, der Surrealismus tut Dinge zweckentfremdet und reagiert auf völlig verkehrte Reize so wie das auch der Clown tut.

00:45:53: also Clown- und Surrealismus passt eigentlich ganz gut zusammen.

00:45:57: außerdem erliebten die Surrealisten das Unheimliche, das Paradoxe und das Verstörende und haben so nix aus Komik und Tragik hatte hat also diese Das Paradoxe aus Komik und Tragik hat der Surrealismus aufgegriffen.

00:46:14: Und genau diesen Widerspruch verkörpert eben auch der Clown, also erst auf der einen Seite lächerlich aber kann eben auch melancholisch sein.

00:46:23: er ist komisch aber auch tragisch.

00:46:25: deswegen passt es eigentlich nur sinnvoll dass eben in dieser Hochzeit des Surrealismos dann auch der clown auf die Bühne tritt.

00:46:34: Die Surrealisten waren ja auch viel beeinflusst von Freut und auch diese Gedanken eben über das unheimliche und Psychoanalyse.

00:46:42: Und das Träumerische und so, das passt schon auch von da total gut zusammen.

00:46:47: Dass ja dieses genau das angesprochen wird in dieser Figur?

00:46:50: Genau!

00:46:51: Also es greift halt sehr logisch ineinander... In den zwanzigern und dreißiger Jahren wurden Clowns dann zu echten Weltstars und einige Clownserreichten eine bis dahin nie Da gewesen Popularität ist ein richtiges Promi geworden, das waren Popstars ihrer Zeit.

00:47:08: Ganz bekannt war der Clown Grog mit bürgerlichem Namen Adrian Wettach einen Schweizer, der bis heute als König der Clouns gilt und er hat eben in den zwanziger und dreißiger Jahren sensationelle Erfolge gefeiert war ein musikalisches Multitalent und hat wirklich astronomische Gagen verlangt.

00:47:28: Wenn man seine Gagen heute in Euro umrechnet, dann hat er nach heutigen Maßstäben mehrere Millionen Euro im Jahr verdient.

00:47:36: Also ja einen Clown-Superstar genauso wie Charlie Rivell, ein spanischer Clown der in den neunzerzwanziger Jahren Solo-Erfolge feierte und auch weltberühmt wurde.

00:47:49: Was auch in die Zeit fällt, sind die boomenden Stummfilme.

00:47:53: Also Iconen des Kinos werden geboren wie Charlie Chaplin oder Basta Keaton und auch die bedienen sich so am Potpourri- und der Körperarbeit der Clowns.

00:48:04: also sie nutzen Techniken wie Zirkusclown, Slapstick visuelle Comedy eine sehr ausgeprägte Mimik und SlapStick Akrobatik.

00:48:13: Und auch das Kino begeistert die Massen und das sorgt dann eben dafür, dass so ... auch durch den Erfolg der Varietés sprunghaft anspringt.

00:48:27: Und besonders der Pyrroclown, der taucht eben als Referenz immer wieder auf.

00:48:30: also wir haben ja eben schon über die Melancholie dieser Zeit gesprochen.

00:48:35: so ließ sich zum Beispiel der große Stummfilmstar Clara Bow medienwirksam in einem Pyrrokostüm fotografieren.

00:48:43: das sind ganz tolle Bilder kann ich empfehlen mal zu googeln und du hast es eben schon erwähnt auch in der Kunst taucht das Clown Motiv zu dieser zeit auf Zum Beispiel in Pablo Picasso's Saltim Banquet.

00:48:55: Das heißt übersetzt der Gauklar, wo unter anderem eben eine Halekin mit Anzug in diesem Rompemuster gezeigt wird – also Rompenmuster sind dieses Rautenmusta eben!

00:49:07: Und dann gibt es noch auch ein sehr bekanntes Bild von ihm, das heißt Acrobat and Young Harlequin.

00:49:14: Das ist ein Bild, das können wir uns merken – das wird nämlich über hundert Jahre nachdem es gemalt wurde einen Metgala-Look inspirieren!

00:49:21: Also Acrobot und Young HarLEquin, merken für später... Genau, in der Mode griff dann zu dieser Zeit zum Beispiel der französische Designer Paul Poiré das Clown-Motiv auf.

00:49:34: Er hat einen Parfons entworfen und dieses Parfon trug den Namen Arlequin also Französisch für Hallekinn.

00:49:44: Und der Flakon dieses Parfs, der erinnert so ein bisschen an die weibliche Silhouettee und ist eben mit einem Rautenmuster, also mit diesem klassischen Hallekinnmuster dekoriert.

00:49:56: Und es gibt auch Schuh-Designs für Poiré, wo das Hallekinnmuster auftritt.

00:50:02: Die hat er in Kollaboration mit dem spanischen Schuhdesigner André Perugia erstellt.

00:50:09: also wir sehen dann hier schon so erste Ja.

00:50:13: Also das Mode-Design beginnt, ne?

00:50:16: Das große Zeitalter des Designs beginnt.

00:50:19: Es gibt Mode-Designer und dann taucht auch gleichzeitig Tauchen eben diese Clown Motive in Kollektionen oder Assessoires auf.

00:50:29: Jetzt kommt sie – finally!

00:50:30: Elsa Schiaparelli Wenn euch die Dame nicht sagt es gibt eine Folge von uns zu ihr Weißt du noch welcher Ausgabe das war welche Nummer?

00:50:40: ich weiß es nicht mehr.

00:50:42: Wir haben, glaube ich... Haben wir da nicht so eine Kouture-Folge?

00:50:46: Ja.

00:50:46: Und wir haben ein bisschen die Häuser auch uns angeguckt.

00:50:50: Es gab zwei Koutures folgen.

00:50:52: Einmal Valentin und einmal Schiaparelli.

00:50:54: Genau!

00:50:55: Die Achte war dann zuerst Schiaperrelli Man, die nur oder andere acht oder neun.

00:50:59: auf jeden Fall war es.

00:51:01: Also ihr findet, die gibt's auf jeden fall noch und erzählen wir auch ein bisschen was zur Geschichte von von ihr und ja ihrem Hintergrund.

00:51:08: deswegen gehe ich da nicht so ganz tief drauf ein.

00:51:10: aber auch sie hat als große Surrealistin der Modegeschichte natürlich dem klauen modische Aufmerksamkeit gewidmet.

00:51:19: in ihrer Frühjahrs Kollektion also oder ihre Frühjährskollektionen neunzehnunddreißig trägt sogar den Titel media dell'arte, also hat sich eben ganz konkret darauf bezogen auf dieses italienische Theater besonders auf das Venizianische.

00:51:37: Improvisationstheater des achtzehnten Jahrhunderts und sie hat ihre Show mit einem Halekin eröffnet, einen bodenlangen Halequin-Mantel.

00:51:47: Der bis heute zu einer der bekanntesten Design oder Stücke von ihr gehört.

00:51:52: also da gibt es auch wirklich viel Bildmaterial zu leider zu der Show.

00:51:56: so vollständige Bildsetzer habe ich online nicht gefunden.

00:51:59: aber vielleicht gibt's gute Coffee Table Books wo das braucht dringend mal ein Buch von Elsas Caparelles gibt.

00:52:04: eigentlich dass ich das nicht hab

00:52:06: Ich bringe dir, wenn wir uns sehen.

00:52:09: Ich hab den Ausstellungskatalog von aus Bonbon mitgebracht.

00:52:14: War das da auch ausgestellt?

00:52:16: Ich glaube ja!

00:52:18: Ich hätte ihn gesehen.

00:52:20: Und was in der Kollektion auch noch gab war so eine kleine Harlequin-Brosche, so ne Goldene wo sie eben auch diese Figur nochmal aufgegriffen hat also... schon sehr früh eben im zwanzigsten Jahrhundert zu sehen.

00:52:37: Wir springen jetzt ein bisschen weiter in die siebziger Jahre, denn hier wird der Pierrot-Look noch mal sehr populär und zwar an Model Twiggy.

00:52:49: was ich besonders interessant finde weil Sie ja so durch Ihren Look mit diesen stark betonten fast aufgemalten Wimpern oder das waren ja aufgemalte Wimpering, die Sie hatte ja ohnehin Also fast so ein... Klaunesken Look hatte irgendwie.

00:53:06: Da sind wir vorher dir Zusammenhang nie gekommen, aber jetzt als ich's dann gelesen hab war es natürlich klar und sie hat sich ja irgendwann so ein bisschen vom Modeln verabschieden wollen wollte eben ins Filmbusiness eintreten und hat die Hauptrolle im Musical The Boyfriend gespielt.

00:53:25: dort spielt sie eine Compasin, die bei einer Musical-Produktion einspringen muss.

00:53:30: als dann die Hauptdarstellerin sich verletzt übernimmt dann die Hauptrolle.

00:53:34: Und in diesem Film ist sie, also das ist ein Musical was ein Musical erzählt, was ich schon wild finde und in dieser Musical ist halt eben auch der Pro-Clown einen Teil und es gibt dann eben ein Bild von ihr wo sie mit dem weißen Makeup geschminkt und in diesem Kostüm auf so einer Mondsichel sitzt.

00:53:59: Ich glaube dass Ein Motiv, das lange oder wesentlich im zwanzigsten Jahrhundert eben diesen Pirolook so geprägt hat.

00:54:13: Oder das Bild was wir von diesem Piroclown haben.

00:54:17: Also könnt ihr auch mal nachschauen also dieser traurige Clown mit den großen Augen die sie hatte der dann auf dieser Mondsicherheit sitzt.

00:54:27: und es ist halt genial umgesetzt, dass man ausgerechnet sie in dieses Kostüm gesteckt hat.

00:54:33: Weil sie durch ihre Erscheinung und ihre großen Augen und dieses gemalte Make-up was ja so ihr Markenzeichen geworden ist dann ohnehin so Anleihen irgendwie an sich hatte.

00:54:46: Ja voll die Ähnlichkeit das stimmt mir auch vorher nie aufgefallen.

00:54:52: Ein weiteres weltberühmtes Hallekin-Outfit hat Freddie Mercury getragen und zwar hat er ein Outfit... Angehabt, was direkt von Ballettkustümen inspiriert war und hat die Figur des Harley-Kins im Ballettkanneval aufgegriffen.

00:55:14: Das ist dieser Bodysuit aus schwarz-weißem Rauten.

00:55:18: Und das ist ja so ein Hautengelskustüm gewesen, den er in den frühen Queen jahren bei der News of the World Tour neunzehnt siebenundsiebzig getragen hat, unter anderem in Europa und Nordamerika.

00:55:31: Und ich glaube für viele Queenfans oder Fans vom Film auch Bohemian Rhapsody ein bekanntes Motiv.

00:55:39: also auch da...und ich finde auch an Mercury so spannend weil er ja auch so'n Regelbrecher war und so'nen furchtlos mit Musik und mit Style, mit Optik umgegangen ist.

00:55:54: Und deshalb finde ich auch dieser Anzug den er dann da gewählt hat war garantiert nicht zufällig sehr gut zu seiner Rolle so gepasst hat.

00:56:03: Total!

00:56:04: Ist eigentlich auch

00:56:05: sehr

00:56:05: dem Clown nahe oder dem Halic in dem Hof nachher sehr nahe also auch

00:56:10: mit

00:56:11: seiner Kunst dann durchaus kritisch.

00:56:14: Ja und sehr provokant einfach auch.

00:56:20: Der Hallekin entwickelt sich über die Jahrzehnte hinweg zum erfolgreichen und wiederkehrenden Motiv, dass Designer in den folgenden Jahrzehn immer wieder aufgreifen.

00:56:30: Ich glaube, in den zwanzigern und dreißiger Jahren kann man am ehesten so die Verbindung zur gesellschaftlichen Stimmung ziehen.

00:56:37: Wobei das da ja auch viel dann der Pyro-Clown war – nicht so häufig der Hallekin.

00:56:43: Aber Pyro und Hallekinn sind die beiden Versionen von Designern und in der Kunst eben am häufigsten als Referenz genutzt werden weil die vielleicht anders als wir schon früher auf den Trichter gekommen sind.

00:56:58: Was das für eine kulturell und historisch relevante Figur ist, ist dass eben ein logischer Griff für viele Designer gewesen sich damit auseinanderzusetzen.

00:57:09: So hat das auch in dem Jahr neunzehnt neunundachtzig Vivien Westwood getan.

00:57:12: Auch ja eine Figur, die für Rebellion steht, für Grenzen überschreiten, für Themen setzen... widersprechen und sie hat damals haut enge bodysuits teilweise mit bein und teilweise ohne also wieder zum badeanzug aus auch mit diesem rautenmuster in gelb blau rot und schwarz und so richtig großflächigen rauten.

00:57:40: also total in your face gibt es auch so tolle bilder wo dann so vier models in diesen entwürfen nebeneinander auf dem laufsteg stehen.

00:57:51: Eines der berühmtesten Stücke der Modegeschichte, auch unabhängig vom Hallekinn ist sicher das Ballkleid Silverwater-Hallekinn.

00:58:01: Entworfen von John Galliano für die Dior-Autkouture-Kollektion im Frühjahr-Sommer, und das ist eine Referenz auf ein Design, was Christian Dior ursprünglich mal ... Entworfen hat, das sind diese Stofflagen die so übereinander wirken.

00:58:19: Das hat J.W.

00:58:20: Anderson ja auch jetzt nochmal wieder aufgegriffen.

00:58:22: also es ist so sehr DNA dieser Marke.

00:58:26: und bei dem von John Galliano entworfenen Kleid sind diese bestickten Seidenstücke die haben eine diamondförmige Form und lappen so über einander Wieder Lappenklauen, aber in zarten Mint- und Cremetönen.

00:58:41: Und er hat sich eben für auch für spätere Kollektionen da nochmal bedient.

00:58:46: Herbst Winter, zwei Tausend Sieben hat er sich sehr stark von historischen Silhouetten, Clowns und Halle Kins wieder inspirieren lassen.

00:58:56: Da sind die Models zum Beispiel in so dramatisch überspitzen Hosenanzügen mit ganz extremen Rühchenkrägen.

00:59:02: also das ist was... Das kommt dann relativ spät, dachte ich Die Rauten, das hat man oft auch in den Siebziger-, Achtziger-Ninzigern schon gesehen.

00:59:12: Und diese großen Rühschenkrägen, die kommen dann so Anfang der Zweitausender, dass sie aufgegriffen werden ... Er hat aber auch über große Nachenkappen auf dem Laufsteg geschickt und eben diese typisch kontrastierenden Rautenmuster.

00:59:26: Wenn ich es richtig weiß, hat er diese Kollektion glaube ich irgendwie nachts in einem Garten-Urangerie I don't know, Ding von Versaige zeigt.

00:59:38: Also was auch für dieses höfische und der Clown- und der Hale-Kin am Hof und so noch mal sehr gut aufgegriffen hat.

00:59:46: Man weiß das ja auch über ihn dass er halt diese historischen Bezüge gerne ja auch wirklich ausgereizt hat aber immer gerne aufgegriffene hat.

00:59:55: genau Ja.

00:59:56: dann folgt!

01:00:00: Ich möchte sagen Das offizielle Jahr des Clowns in der Mode.

01:00:06: Also, ich dachte, ich traue meinen Augen nicht.

01:00:08: Weil das Motiv in so ... überwältigend vielen Kollektionen gleichzeitig aufgetreten ist.

01:00:16: Dass man sich wirklich fragen kann, habt ihr euch abgesprochen oder nicht?

01:00:20: Also es ist wirklich ihre.

01:00:22: Amani Jambattista Valli Dior, Tots, Comde Gasson und Valentino haben alle opulente Krägen eingesetzt also diese großen Rüschenkrägen die eben an den Pierrot vor allen Dingen erinnern.

01:00:35: Chanel hat einen Look gezeigt das dem Gemälde Gilles als Pierrot nachempfunden wurde.

01:00:42: Nanushka Valentino Daniel W. Fletcher haben alle schwarz-weißen Rautenmuster in ihren Kollektionen gezeigt, genauso wie Dior und Richard Quinn.

01:00:51: also ich habe jetzt nicht mitgezählt aber es sind irgendwie gefühlt fünfzehn Brands die Bezüge zum Clown, zum Piro oder zum Hallekin eben auf den Laufsteg geschickt haben Und die Vogue hat dazu einen Artikel geschrieben Mit der Überschrift wird Die Modewelt verrückt.

01:01:15: Da möchte ich jetzt ja gegenhalten, wo wir jetzt wissen was die Clown Figure eigentlich meint.

01:01:21: Sie kritisiert die Welt!

01:01:22: Ja also ich fande ehrlich gesagt oh Gott das ist meist Hitzbeleidigung aber wir halten uns mal dran was der Hallekinn macht.

01:01:31: Ich finde dass in diesem Artikel nicht sehr gut durchkommt.

01:01:34: Ehrlich gesagt, es ist sehr doll so auf diese Corona-Zeit gemünzt worden.

01:01:40: Ich zitiere mal nicht sicher ob sie lachen oder weinen sollen.

01:01:45: mit der anhaltenden Achterbahnfahrt der Nachrichten ist dies ein häufiges Dilemma und mit der Anzahl der Verweise auf Clowns und Zirkus in den Konfektions- und Kulturkollektionen für den Herbst scheint es als ob die Designer und die Modefeld sich genauso fühlen wie der Rest von uns.

01:02:02: ich fand das bisschen dünn.

01:02:06: Also Corona war auch mehr als sollen wir lachen oder weinen und die Welt ist ein Zirkus geworden.

01:02:17: Ich finde, dass bewertet Zirkuss- und Theater- und Clownerie immer so was Lächerliches und was Unnützes.

01:02:31: Ich finde, eigentlich hat das einen sehr menschlichen Nutzen und vor allen Dingen sehr wichtigen Nutzen für eine Gesellschaft.

01:02:38: Nämlich ein Raum zu schaffen in dem Dinge gesagt gemacht getan werden dürfen die sonst nicht passieren?

01:02:44: Ja!

01:02:45: Und ein Raum, in den man sich auch mit Gefühlen auseinandersetzen kann auf ne Art und Weise, die halt nicht gefährlich ist also die einem nichts tut.

01:02:52: Das passiert halt auf der Bühne.

01:02:53: da wird eine Geschichte erzählt.

01:02:55: Die bringt einem zum Lachen zum Wein nach Traurig, die kritisiert.

01:03:01: Die prangert an und macht Steps, der Humor.

01:03:04: Keine Ahnung was das ist.

01:03:07: Was total menschliches und was auch schon lange und gerade Zirkus und auch Karneval wird ja gerne so total lächerlich gemacht.

01:03:15: aber da möchte ich auch noch mal an...

01:03:17: Ist es gar nicht!

01:03:20: Da auch gerne doch mal an Michael Bachthien erinnern, der eben genau diesen Mechanismus und die Bedeutung, die Karneval und dieses Gesellschaft ins Lächel hier ziehen.

01:03:34: Und sich darüber lustig machen und verkleiden und kostimieren und jemand anders sein, dass das total eine Zuflucht ist für

01:03:42: Menschen

01:03:44: und so.

01:03:44: Das ist überhaupt nichts Oberflächliches.

01:03:46: Nein!

01:03:47: Also der Ursprung des Karnevals, zumindest das rheinischen Karneval.

01:03:52: Man muss es ja auch noch mal von venezianischem und brasilianischm unterscheiden.

01:03:56: Aber das ist die französische Besatzung gewesen im Zeitalter von Napoleon.

01:04:04: Und die Menschen haben sich über diese Besatzer lustig gemacht.

01:04:08: Daher kommen Kapellen und die Umzüge, genau.

01:04:14: Und dass diese Kostüme der Karnevalsvereine, die erinnern ja an Uniformen – das sollen auch Uniform sein!

01:04:22: Weil das eine Kritik an den französischen Besatzern war.

01:04:25: Deswegen haben sie heute auch Waffen und da stecken oben Blumen drin bei dem Karnevalisten.

01:04:32: Wir reden ja auch heute noch von Naren.

01:04:37: Das ist ein Ventil ... gewesen, um Kritik an dieser Besatzung zu üben und um politische Forderungen zu platzieren.

01:04:47: Und Karneval ... Ich krieg ich wirklich ... Das ist für Menschen aus München zu hören.

01:04:52: Sorry!

01:04:53: Aber ich kriege einen Föhn, wenn zum Beispiel vom Karnewal politische Neutralität gefordert wird.

01:04:59: Der Karnewall war noch nie politisch-neutral.

01:05:04: hochpolitisch.

01:05:05: Also da gehört Cabaret und Satire, gehört da ganz fest dazu das was wir manchmal heute sehen mit noch dem dritten Abriechi hit an Karneval.

01:05:16: ja gut dass hat nicht so viel mehr mit den Ursprungs zu tun.

01:05:19: aber Narren und Clowns und Kritik an der Obrigkeit und politische Debatte Das ist der Ursprung von Karnevall eigentlich Und keinen.

01:05:29: Wir machen uns lächerlich mit einer politischen Forderung dahinter und nicht einfach nur irgendwie aus Albernheit, so wie dem Karneval das manchmal vorgeworfen wird.

01:05:45: Ja, und dass das eben halt ... Das hat emotional eine höhere Bedeutung als reiner Zeitvertreibung?

01:05:51: Und das, finde ich, klang jetzt auch gerade bei dem Vogue-Artikel so ein bisschen raus als sei.

01:05:55: So Zirkus und Karneval und Clowns halt einfach so ein lustiger Zeitfall haben.

01:06:00: aber dass da wirklich mit Emotionen gehandhabt wird und die so auseinander genommen werden oder wie sagt man denn ja behandelt werden auf gewisse Art und Weise ne?

01:06:10: Und eben weitergehende tiefergehende Bedeutung hat, find ich schade, dass da nicht aufgefallen ist.

01:06:17: Auch in der Bedeitung für die Mode im genauer Zeit.

01:06:21: Ich würde da sogar, weil der Titel war ja wird die Modewelt verrückt und ich würd sogar sagen ne genau deshalb nicht.

01:06:29: Also das ist ein Ventil um nicht verrückt zu werden also dass man seine Wut und seine Kritik und seine Emotionen mal irgendwo platzieren kann ohne was passiert wie du es eben gesagt hast.

01:06:42: so Die wird nicht verrückt, weil jetzt Clown-Aesthetiken auf dem Laufstück sind.

01:06:48: Sondern die zeigt damit ... Wir brauchen Orte und Ventile, wo wir mit Kritik stattfinden können?

01:06:56: Ja!

01:06:57: Also, wir brechen mal.

01:06:58: So viel

01:06:58: zu unserer Kritik.

01:06:59: Wenn wir hier im Fertig sind mit der Folge, dann hat hier keiner mehr Angst vor

01:07:03: Clown.

01:07:05: Nee, ich werde hier zunehmen zum Fan.

01:07:08: Ich fange jetzt hier auf der Seite der Clowns.

01:07:09: Ich verteidige die bis ... So geht nicht.

01:07:12: Dann kommt jetzt für dich Judith, nur für dich noch die Kirsche auf der Sahne.

01:07:19: Alles andere Mikkele!

01:07:21: Ich fürchte dass du wahrscheinlich zu diesem Abschnitt mehr sagen kannst als ich aber du springst einfach rein und ergänzt.

01:07:30: Ja wie hast Du jetzt mein Buch nicht als Lektüre dafür genommen?

01:07:33: Doch na klar!

01:07:37: Wie komme ich aus der Nummer jetzt wieder raus?

01:07:40: Ich wollte dir einfach die Chance auch geben, dass wir das Buch nochmal separat besprechen und dem nicht so vorgreifen.

01:07:54: Also ihr könnt es euch denken.

01:07:57: Alessandro Michele, ehemals Gucci heute Valentino, Chefdesigner hat einen besonderen Fable für das Halekin Motiv und das spielt eine große symbolische und manchmal zentrale Rolle in seinen Entwürfen.

01:08:15: Und ganz besonders sichtbar wird das, glaube ich nach seinem Wechsel von Gucci zu Valentino im Jahr zwanzig.

01:08:23: Dort hat er dann seine erste Otkouture-Kollektion gezeigt – seine erste erste Erste weil bei Vagucci kein Kulturhaus ist, Valentino aber schon.

01:08:35: und den ersten Look, den er auf den Runway geschickt hat war Ein monumentales Kleid mit einem gewaltigen Rock, der vollständig mit so nem plastischen getupften Tüll-Hale-Kinnmuster überzogen war.

01:08:56: Also ein spektakuläres Kleid was so Renaissance-Einflüsse, venezianischen Karneval, Comedia dell'arte miteinander verbunden hat.

01:09:09: die Couture-Show trug den Namen Vertigineux.

01:09:13: Ich hoffe, ich spreche das richtig aus.

01:09:16: und ein weiteres Klart aus dieser Kollektion, das war Saisonfrühe, Sommerfünfundzwanzig ist dann im September zwanzig sechsundzwanzzig nochmal sehr populär geworden.

01:09:27: Es gab das sogenannte Vogue World Event.

01:09:31: Das haben alle der Teufelträg Prada geguckt dass die Venvo Lady Gaga auftritt.

01:09:38: Ich glaube, das soll so eine Umarsch an diese Vogue-World sein.

01:09:42: Also einen Ort, an dem mehrere Designer gemeinsam Stücke in einer spektakulären Show zeigen und diese Show fand statt in der Galeria Vittorio Emanuele Dua wo wir beide auch schon mal waren in Mailand.

01:09:59: also ist diese tolle Galerie, die so vier Flügel hat und dort hat Gigi Hadid den Looknummer aus dieser Otkoutur-Kollektion von Michele für Valentino getragen.

01:10:11: Und das ist auch ein, also auch wieder ein monumentales Kleid mit einem gewaltigen Rock und das ist in über thousand sechshundertachzig Stunden Handarbeit aus recycelten venezianischen Quills gefertigt worden voluminösen Lagenlook bekommen und ist eben auch in diesem prägnanten Hallekin-Look gestaltet worden.

01:10:39: Und wurde dann damit auch niemand, das mehr missversteht mit einem opulenten Rüschenkragen ausgestattet.

01:10:48: Und dann haben wir ja, wenn ihr gut aufgepasst habt eben über das Gemälde von Picasso gesprochen, Acribid and Young Hale Kinn von nineteenhundert eins.

01:10:59: und auch das hat Michele auch schon dann unter Valentino als Inspirationsgrundlage für den Red Capit Look von Chromen Domingo genutzt Der bei der Met Gala im Mai, so dieses Jahr in einem maßgeschneiderten, rautenförmigen Patchwork-Harlikin Outfit eben von Valentino über den Teppich der Met gala geschritten ist.

01:11:28: Dudi, möchtest du noch was ergänzen zur Bedeutung des Harley Kins für Alessandro Michele?

01:11:37: Nee das fand ich super!

01:11:38: Ja

01:11:39: Die Couture Show gibt es als ganzes Video auf YouTube noch mal angeguckt.

01:11:43: Das ist wirklich spektakulär, das ist ein Fest für die Sinne und für die Augen.

01:11:51: Weil also die Art wie das gefilmt und inszeniert ist erlaubt halt auch einen sehr closeen Blick so auf die... ...die Designs und wie die dann gefertigt sind.

01:12:02: Und das ist wirklich, also ich möchte manchmal auch wissen... ...wie der Kopf von diesem Mann funktioniert?

01:12:08: Ja!

01:12:09: Ich auch.

01:12:11: Ich will es doch auch nur wissen, wie ihr denkt.

01:12:13: Du warst ja für Knüpfungen

01:12:15: so.

01:12:18: Ich fand auch bei der Kollektion so spannend, die basiert hier auf diesen Listen im Hintergrund laufend auf Word-Listen.

01:12:25: Diese Assoziationen, mit diesen, also quasi das sind Listen die halt zu den Lux während der Entstehungsphase irgendwie mit entstanden sind.

01:12:35: Und ganz verrückte teilweise kontraere Begriffe, die da zusammen sind aber sich doch auch irgendwie alle in diesem Lux dann wiederfinden.

01:12:43: Das fand ich

01:12:44: auch total spannend dass das wirklich so eine wahnsinnige Vielfalt an Referenzen, Assoziation und Bedeutungen hat.

01:12:50: Auch dazu haben wir ja ne Folge, ne?

01:12:52: Kann Michele Otkotür

01:12:56: Genau.

01:12:56: Oh, stimmt!

01:12:57: Da sprich mir doch drüber?

01:12:58: Ja.

01:12:58: Emma, Elsa ... Alessandro... Wir sind auch alle wieder komplett.

01:13:05: Wir kommen immer zurück zu den gleichen.

01:13:09: So jetzt gibt es noch eine kleine Überleitung.

01:13:11: ich hab's versprochen zum Horror-Clown denn schließlich ist Oktober und wir wollen ein bisschen Halloween.

01:13:16: Stimmung ähm und ich habe nicht gefragt weil Das erzähle ich jetzt gleich noch ein bisschen ausführlicher, aber so ab der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts hat in der Literatur und im Kino- und Film der Horrorclown eigentlich den Pirot und den Harlequin als vorherrschenden Clownmotiv abgelöst.

01:13:42: Also der HorrorClown wurde zu der prägenden Clounfigur in der Popkultur – in der Mode ja nicht!

01:13:50: Also der hat es nicht in die Mode geschafft, dieser Horror-Clown.

01:13:53: Ich hab mich gefragt, gibt es irgendwo Horror Clowns?

01:13:56: In der Mode?

01:13:57: ich habe nichts gefunden.

01:13:58: wenn einer was weiß bitte Die einzige Parallele ist natürlich auch er muss wieder am Start sein.

01:14:05: Alexander McQueen, der ja ja legendär eben für seine theatralischen Inszenierung war und der hat in der Kollektion The Horn of Plenty zum Beispiel diese grotesken Makeup-Looks mit diesen ganz stark überschminken roten Lippen gehabt.

01:14:21: also das kann ein Verweis auf Clown sein, der so ein bisschen Horror grotesk verzogen ist irgendwie.

01:14:33: Aber

01:14:33: genau und es gab auch ja von McQueen die Kollektion The He's What a Merry Go Round.

01:14:38: Herbstwinter-Jahrs.

01:14:41: Und da hat er auch gesagt dass sie eben inspiriert waren vom Clown oder vor allen Dingen von dieser Düsterheit der Clowns Die das Makeup und auch das Hair Styling war da auch ganz klar davon inspiriert.

01:14:53: also die hatten so Ja, wie so diese Mützen-Narrenhüte.

01:14:58: Narrenkappen!

01:14:59: So

01:15:00: die Haare gesteilt in drei Hörnern quasi, die am Kopf abstehen und auch das Makeup eben ganz weiß gemaltes Gesicht und überzeichnete Augenbrauen und dunkle Augen und der Mund auch so nachgezeichnet.

01:15:12: Auch sehr düster.

01:15:13: also ein bisschen an Piero eigentlich angelehnt.

01:15:16: Und im Interview oder über diese Kollektion sagt er eben auch dass er Besonders von der Angst vor Clowns, ja inspiriert war dafür.

01:15:27: Also er schrieb re-show oder er sagte re show children clowns as if they are funny They're not really scary.

01:15:33: also wir zeigen Kindern clowns als seien sie eben etwas lustiges.

01:15:37: dabei sind Sie das eigentlich nicht.

01:15:39: die sind total beängstigend und machen Angst.

01:15:43: Und in dieser Show selber gab es eben so ein Karussell in der Mitte, dass auch so ein bisschen düster war.

01:15:49: Das war teilweise glaube ich auch kaputt und das war die Stimmung und da die ganze Inszenierung war eben auch so'n bisschen düster wie McQueen auch ja dafür bekannt war angehaucht und auch Halikin-Muster tauchten auf genauso wie diese klassische Muster oder zum Beispiel so Kleider, die aus Fetzen zusammengebaut waren.

01:16:08: also alles Bilder an Clowns und Haliken erinnerten

01:16:14: sehr Logisch, dass McQueen dieses Thema aufgreift.

01:16:19: Also es passt sehr in seine Arbeit einfach ein.

01:16:23: In sein Övre?

01:16:24: Genau.

01:16:26: Und auch das er dieses Thema durch den Blick der Düster betrifft.

01:16:31: Das ist ja durchaus auch seine Weltperspektive oder vor allem die, die dir in der Mode austrückt auch.

01:16:38: Also auch düstere Sachen Tod und Trauer... So tauchen da ja immer wieder auf als Thema.

01:16:45: Und sicher auch geprägt durch das Bild des Clowns, was in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts entsteht wo ich dann gleich noch ein bisschen etwas zu erzähle.

01:16:56: aber er ist ja auch ein Kind seiner Zeit und hat dann eben dieses Bild des clowns wahrscheinlich besonders präsent im Kopf einfach anders als die anderen Bilder des Clouns dies vorher so gab

01:17:10: Ja genau

01:17:11: Aber wie gerade schon gesagt, so ab Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts übernimmt der Horror Clown.

01:17:17: und ich habe mich gefragt.

01:17:19: Wie ist er eigentlich entstanden?

01:17:21: Weil das ja eben ein besonders starker Kontrast zum eigentlich Freude bringenden Clown isst.

01:17:28: Und ja gefüttert wird dieses Phänomen und es ist eine sehr ernste und schlimme und tragische Geschichte durch John Wayne Gacy.

01:17:38: Ich weiß nicht ob dir der Name was sagt

01:17:41: Er sagt mir was.

01:17:43: Aber ich kann jetzt nicht genau sagen warum.

01:17:45: Also John Wayne Gacy ist eine real existierende Person, ein US-Amerikaner der zwischen neunzehntzweiundseventeinneunzelndachtensebzig insgesamt dreiunddreißig junge und junge Männer ermordet hat also einer der ja auf tragische Weise bekannteste US-amerikanische Serienmörder.

01:18:06: Und jetzt fragt man sich wie kommt Der zum Thema Clown?

01:18:10: und der ist halt als Clown aufgetreten, er nannte sich Pogo.

01:18:17: Und also ich finde diese Geschichte was ja eine wahre Begebenheit die verknüpft auf so ganz grausame Art das wo wir eben drüber gesprochen haben ne?

01:18:28: Also dieses freundliche Gesicht jemand verkleidet sich als Cloun und dahinter ja versteckt sich das absolute Grauen Absolut böse.

01:18:39: und im Zuge der Berichterstattung über ihn taucht dann dieser Begriff Horrorclown auf.

01:18:45: Und ja, setzt sich auch ab im kollektiven Gedächtnis der Menschen.

01:18:51: Und zu dieser Zeit wird so das Kostüm des Clowns auch zu einem Symbol von eben verborgener Gefahr oder verborgedem Horror.

01:19:01: In neunzeits sechs und achtzig erscheint dann der Roman S., von Stephen King.

01:19:07: Es ist ein Monster, das in der fiktiven Kleinstadt Derry Kinder tötet.

01:19:12: Und es kann eben Illusionen erzeugen und taucht in diesem Kontext dann häufig in Form des Clowns Pennywise auf.

01:19:21: Man weiß heute dass John Wayne Gacy als Inspiration für diese Figur Pennywise diente.

01:19:31: Hier wird dann so reale Katastrophe... Pop-kulturelle Fiktion, morfen sich so zusammen und machen den Horrorclown eben besonders populär.

01:19:45: Es gab auch schon früher Reformen des bösen dunklen Clowns zum Beispiel in den DC Comics, den sogenannten Joker.

01:19:53: der ist schon neunzehntvierzig entstanden, ist dann aber erst durch neuere Batman-Verfilmungen in den achtzigern besonders populär geworden.

01:20:07: Joker ist der Gegenspieler von Batman, es gibt ja auch noch so eine weibliche Version.

01:20:13: Harley Quinn also Harley Quinn auch da das Wortspiel, auch so ein dunkle Clown Figur und sicher also Joker besonders geprägt eben durch die Heath Ledger Darstellung der dann Post Mortem auch den Oscar für die Darstellung des völlig abgedrehten Jokers bekommen hat.

01:20:35: Auch total spannend, weil Harley Quinn ist ja ursprünglich Jokas Psychologin gewesen also in freutscher Tradition.

01:20:48: quasi war sie

01:20:48: eigentlich Psycho-Analytikerin glaube ich sogar oder auf jeden Fall Psychotherapeutin für Joker in diesem Gefängnis in dem

01:20:54: er

01:20:55: manipuliert sie halt so dass sie dann seine Gefährtin wird.

01:20:58: Also auch da wieder diese Beziehung diese Connection, die Verbindung zu diesem psychologischen unterbewussten Unheimlichen irgendwie.

01:21:13: Ja genau das ist so.

01:21:14: die also die Zeitspanne ich sage mal so eben ab den neunzehntsiebziger Jahren wo dann auch der Begriff nicht nur Horrorclown sondern auch Evil Killer Clown popkulturell prägend wird.

01:21:26: und in diesem Kontext wird dann auch die sogenannte Chlorophobie bekannt, also die Angst vor Clowns.

01:21:35: Die eben im Wesentlichen durch diese Vermischung von realen Ereignissen und dann überspitzen Roman- oder Literaturfiguren ... Ja, ich hab den Satz angefangen.

01:21:49: Ich weiß es nicht, aber relevant wird so.

01:21:52: Genau!

01:21:53: Hast

01:21:53: du denn ... hast du Chlorophobia?

01:21:56: Nee, ich ... nee, so, also...

01:21:58: Du verwesten sie nicht in Panik, wenn du einen klauen

01:22:01: willst?

01:22:02: Nee.

01:22:02: Ich würde sagen ich kann das ...

01:22:05: noch aushalten.

01:22:06: Ja!

01:22:07: Also nee, ich krieg jetzt auch nicht irgendwie dass ich denke oh Gott jetzt wird mir warm oder ich fange irgendwie an kurz zu atmen oder so.

01:22:16: Ne.

01:22:18: Ich muss da jedes mal an die Stelle bei Modern Family denken weil Phil hat ja auch.

01:22:24: also Ich gehe mal davon aus, dass alle die Serie kennen.

01:22:28: Ansonsten guck bitte Modern Family!

01:22:32: Also es ist so eine amerikanische Sitcom wo so ne große ja... Patchwork-Familie irgendwie im Alltag begleitet wird.

01:22:42: und der Phil ist der Papa in der einen Familie, der coole Dad.

01:22:47: Und er hat super tolle Angst vor Clowns und dann wird er doch gefragt warum er Angst vor clowns hatten?

01:22:53: Dann sagt er das so.

01:22:55: ja es weiß ich auch nicht.

01:22:56: Vielleicht könnte es daran legen dass als Kind man Totenclown im Wald gefunden.

01:23:01: Du musst leider immer dran denken wenn jeder genau finde.

01:23:04: jemand sagt ja Angst vor Clouds oder

01:23:07: so.

01:23:08: Es wollte grade zum Abschluss auch in meiner Geschichte erzählen, warum ich so lange Angst vor Clowns hatte.

01:23:13: Oh ja?

01:23:14: Oder warum die mir so unheimlich war und ich hatte... Ich kam mich an meinen wirklich allerersten krassen Albtrauben sehr gut erinnern.

01:23:23: Also kann dir aber nicht genau sagen wie alt ich war.

01:23:24: Ich war auf jeden Fall noch sehr jung.

01:23:26: Ich glaube, ich war noch nicht in der Schule oder vielleicht gerade in der Schule Und es war so dass ich bei uns im Garten gespielt hab.

01:23:33: Ich vermute das wir vorher dem Tag entweder zufällig bei McDonalds waren oder die Tage vorher auf jeden Fall bei McDonald's.

01:23:40: Weil

01:23:41: Ronald McDonald

01:23:42: wird darin auftauchen, genau!

01:23:44: Also ich bin im Garten, mach so Sachen vor mich hin Spiel da rum und da taucht eine riesige Schlange auf.

01:23:50: Riesigeschlange... Die sich auf mich stürzt und ich renne halt, wir versuchen mein Leben zu retten, rennen durch die Gegend Und dann taucht Ronald McDonald aus mit einem großen Schwert

01:24:02: Und

01:24:03: zerschleißt die oder zerschneidet diese Schlange so in der Luft.

01:24:07: Sehr dramatisch, also absolut heldenen Szenarium wie wir uns das vorstellen ne?

01:24:13: Die Schlange zerfällt in zwei Stücke ich bin gerettet alles ist gut denkt man oder dachte ich bei einem Traum.

01:24:20: und dann geht Ronald McDonald mit diesem Schwert auf mich los.

01:24:25: Und

01:24:26: versucht auch, mich jetzt umzubringen mit dem Schwert.

01:24:28: und daher rührte lange Zeit mein unangenehmes Gefühl gegenüber Clowns also aus meinem eigenen Unbewussten Unterbewusste auch ich weiß nicht woher das kam dass sich dachte vielleicht habe ich auch tatsächlich irgendwo ein Horrorschnipsel irgendwo aufgepasst davon.

01:24:45: oder keine Ahnung was.

01:24:46: auf jeden Fall dieser Ronald McDonald den finde ich auch immer noch gruselig den kann ich mir nicht Den kann ich mir nicht angucken.

01:24:52: Du

01:24:52: hattest auf jeden Fall eine sehr lebhafte Fantasie als Kind?

01:24:56: Das, ja.

01:24:59: Ja.

01:25:00: Aber ich finde jetzt nach heute muss ich sagen hat sich mein Gefühl für Clowns geändert und vor allen Dingen die Historischen und die Bedeutung der Rolle

01:25:08: eigentlich.

01:25:09: Die Horrorclowns den bin ich immer noch ein bisschen skeptisch eingestellt.

01:25:12: Ich finde auch man muss das vielleicht auf die Spannweite sehen in dieses Clown Motiv existiert.

01:25:20: Da sind die Horrorclowns ja wirklich eine kleine Fußnote und es ist auch, ich finde das ist halt auch sehr überzeichnet, wie weit können wir gehen?

01:25:34: Das ist nicht sehr ausdifferenziert.

01:25:36: Und das ist halt, ich find schon diesen Ursprung... Also es gibt auch einen Film.

01:25:41: Gacy heißt der, da war jetzt noch meine kleine Filmempfehlung am Ende.

01:25:44: Das war so the one and only Horrorfilm den ich irgendwie als Teenager mal mit meinen Freundinnen am Pijama Abend geguckt hab und der auch wirklich furchtbar ist.

01:25:54: Möchte ich auch nicht mehr sehen.

01:25:56: Viel mehr jetzt aber wo ich über diesen Namen stoppe natürlich nochmal ein.

01:25:59: Also eine furchbare Geschichte schrecklich einfach.

01:26:04: und dass das dann natürlich so eigentlich am Ende ja vermarktet wurde.

01:26:12: Oder?

01:26:12: Also, ja.

01:26:13: Ich mein klar man lässt sich als Auto irgendwie auch inspirieren und so von echten Sachen.

01:26:18: das will ich gar nicht irgendwie kritisieren oder bewerten aber es ist natürlich schon aus der Tragik genau.

01:26:25: Ja, genau.

01:26:27: Das

01:26:27: hat eine... Das ist Macabre.

01:26:28: Ja finde ich auch!

01:26:30: Aber das ist ja das Thema.

01:26:31: was Tast kommt ja immer wieder auf mit diesen Dokos oder diesen Serien über Serienmörder, auch fiktionalisierte Serien-Serienmöder.

01:26:39: Da ist ja immer Thema inwieweit... Ja, isoliert man hier diese Mörder und Täter und stellt die auf eine gewisse Art und Weise auf ein Podest, dass

01:26:52: man sie so

01:26:52: inszeniert und zur Zerschau stellt?

01:26:56: Also ich finde es kommt total darauf an wie das gemacht ist.

01:26:59: Ich find's gesellschaftspolitisch zu verstehen psychologisch zu verstehen, warum passiert sowas?

01:27:06: Was können wir als Gesellschaft tun damit das nicht passiert.

01:27:10: Wie können wir aufmerksam sein welche Schutzmechanismen brauchen und wie?

01:27:14: welche Mechanismen nutzen solche Täter aus?

01:27:18: Warum passiert so was?

01:27:19: Das ist ja auch eine urmenschliche Frage.

01:27:22: Warum passiert Gewalt?

01:27:23: Warum passieren Verbrechen?

01:27:24: Wir wollen das verstehen.

01:27:26: Das finde ich wichtig und fein.

01:27:27: Ich finde die Berichterstattung dazu wichtig aber dass kippt natürlich manchmal eben, wie du sagst so in so eine Stilisierung irgendwie und eine Übererhöhung.

01:27:39: Und dann fallen auch auf die Opfer hinten runter und so.

01:27:43: Ja, in so einer Art Fan-Kultur, ne?

01:27:45: So ein Fan-Fandom irgendwie.

01:27:48: Du bist ja adonweise was halt... Also ich glaube man versteht die Faszinationen und dieses Wissen wollen diese Leute ticken aber es ist halt eine Gratwanderung.

01:28:00: Und das Überlagerteilten, ich finde, das merkt man ja so popkulturell sehr doll.

01:28:06: Es überlagert gerade auch jede andere Version des Clowns.

01:28:11: Also der ist viel präsenter als Monster und als Gefahr und irgendwie als Sinnbild für verborgenen Horror.

01:28:22: Damit tut man – das haben wir heute, finde ich, echt gelernt – der Figur einfach auch unrecht?

01:28:27: Ja, das finde ich auch.

01:28:31: Denken wir lieber mehr noch an Harley Quinn und Kiro.

01:28:35: Und dem klassischen Clown.

01:28:37: Schön!

01:28:40: Dann feiert schön Halloween, und wir sehen uns spätestens... hören uns spätes nächstes Jahr zur nächsten Halloween vor.

01:28:50: Genau.

01:28:51: Wir versprechen dazwischen nix.

01:28:56: Macht's gut.

01:28:57: Bis dann bis nächstes Mal.

01:28:59: Tschüss.

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